Empfang für Ehren-BAMBI-Preisträgerin: Begeistert schwenkten die Kinder ihre Schweden-Fähnchen, als Königin Silvia von Schweden 2006 in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Welt eintraf.
Empfang für Ehren-BAMBI-Preisträgerin: Begeistert schwenkten die Kinder ihre Schweden-Fähnchen, als Königin Silvia von Schweden 2006 in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Welt eintraf.

Endlich hatte die BAMBI-Gala auch einen Moderator, der diesen Namen verdient. Nach einigen Experimenten mit Schauspielern und Moderatoren der zweiten TV-Liga gab Harald Schmidt 2006 sein BAMBI-Debüt in seiner schwäbischen Heimat Stuttgart. Die Show wurde live in der ARD aus der Mercedes-Benz-Welt übertragen. Der gewöhnungsbedürftige Austragungsort war eine Steilvorlage für den Moderator. „Das Beste ist, dass ich dort angekommen bin, wo ich künstlerisch immer hingehört habe: in einem Autohaus“, sagte Schmidt, der völlig unnötigerweise die blasse Co-Moderatorin Eva Padberg als schmückendes Element zur Seite gestellt bekam.

Einer der Höhepunkte der Stuttgarter BAMBI-Gala war der Auftritt von Königin Silvia von Schweden, die für ihren Einsatz für die Kinder dieser Welt mit dem Ehren-BAMBI ausgezeichnet wurde. Die Königin fuhr in einem mondänen Maybach vor und wurde von Kindern empfangen, die euphorisch Schweden-Fähnchen schwenkten. In ihrer Dankesrede forderte die Königin dazu auf, mehr Verantwortung für die Kinder dieser Welt zu übernehmen. „Ergreifen Sie die Partei der Kinder und sorgen Sie dafür, dass die Grundrechte der Kinder eines Tages als Selbstverständlichkeit empfunden werden!“ Die schwedische Monarchin setzt sich für ausgebeutete und sexuell missbrauchte Kinder in aller Welt ein.

Den Sport-BAMBI für die bewegendste Szene des Jahres bekamen die Fußball-Nationaltorhüter Jens Lehmann und Oliver Kahn überreicht. Kahn nahm seinen zweiten BAMBI persönlich entgegen – sein großer Rivale Jens Lehmann fehlte bei der 58. BAMBI-Gala entschuldigt. Der damalige England-Profi durfte den Medienpreis in der Mercedes-Benz-Welt nicht persönlich in Empfang nehmen, weil er für das Spiel des FC Arsenal gegen Tottenham Hotspur am Samstag in der englischen Premier League trainieren musste. Die beiden Fußball-Idole waren für ihren Teamgeist (Ersatztorwart Kahn machte Lehmann vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Argentinien Mut) während der Fußball-WM von der BAMBI-Jury geehrt worden. „Es ist schade, dass ich Jens hier nicht getroffen habe. Aber ich habe Verständnis für die Entscheidung des Trainers“, sagte Kahn in seiner Dankesrede. Conny Lehmann, die in Vertretung ihres Mannes mit Kahn auf der Bühne stand, sagte: „Jens konnte nicht kommen. Er hatte gestern ein Spiel und spielt am Samstag wieder.“ Er hüte zu Hause die Kinder, „das ist viel stressiger“. In seiner Rede erinnerte Kahn an den schmerzhaften Augenblick, als Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht ihn, sondern Lehmann zur Nummer eins im Tor gekürt hatte. „Das war wahrscheinlich der schwerste Moment, den ich in meinem Leben erlebt habe. Ich war unsagbar enttäuscht. Aber es war eben so.“ Seine Geste vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Argentinien, mit der er Lehmann anspornte, sei spontan gewesen: „Ich weiß auch nicht genau, wie das gekommen ist, aber es kam spontan aus dem Inneren, und es war der Spirit der Mannschaft. Wir wollten alle dasselbe.“

Und dann der emotionalste Moment des Abends: Der oft als unnahbar geltende „Titan“ zeigte Herz: Einer der Preisträger in der Kategorie „Engagement“, der blinde Kevin Barth aus Heubach, bezeichnete Kahn als seinen Helden: „Durch Sie bin ich zum Fußball gekommen, und deshalb möchte ich Sie gerne einmal treffen“, sagte der 13-Jährige. Tränen der Rührung bei den Prominenten im Saal. Barth hatte während der WM Spielberichte für Taubblinde verfasst. Kahn bedankte sich gerührt für die netten Worte: „Ich habe großen Respekt vor dir. Dankeschön.“ Anschließend unterhielt sich der Torhüter des FC Bayern München lange mit dem 13-Jährigen. Völlig im BAMBI-Fieber war 2005 auch der baden-württembergische Staatsminister Willi Stächele aus Oberkirch, der zusammen mit BAMBI-Preisträger Roberto Cavalli, Victoria und David Beckham sowie Burda-Vorstand Jürgen Todenhöfer an einem Tisch saß. Stächele verkündete in dieser launigen Runde, dass er seine Ehefrau Sabine künftig „BAMBI“ nennen wolle.

Text: Rüdiger Klausmann

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