Hollywoodstar Rock Hudson war von den Tanzkünsten seiner Partnerin Sophia Loren sichtbar angetan.
Hollywoodstar Rock Hudson war von den Tanzkünsten seiner Partnerin Sophia Loren sichtbar angetan. (c)Hubert Burda Media

Es wurde auch Zeit. Nachdem Hollywoodstar Rock Hudson sich seine ersten beiden BAMBIS in die USA bringen ließ und zur dritten Ehrung seine Mutter vorbeischickte, bequemte sich der Weltstar 1962 endlich ins Flugzeug und flog zur Feier nach Karlsruhe, um von tausenden Fans umjubelt seinen BAMBI für das Jahr 1961 persönlich entgegenzunehmen. Hudson siegte bei der Leser-Wahl der „Film-Revue“ vor Tony Perkins und Charlton Heston. Und Rock Hudson wusste genau, was er seinem deutschen Publikum schuldig war. „Es ist eine große Freude für mich, hier zu sein“, begann Hudson seine Rede in deutscher Sprache. Auf dem Zettel, von dem der Hollywoodstar ablas, sah das so aus: „As eest ainah graussa frioda fur meek, heer ssu sein …“. Ein deutscher Journalist hatte ihm den Text phonetisch ausgearbeitet!

Bei den Frauen (Ausland) gab es erneut das italienische Frauenduell Sophia Loren gegen Gina Lollobrigida. Zum zweiten Mal hintereinander gewann Sophia Loren den BAMBI. Dritte wurde Doris Day vor Elizabeth Taylor. Bei den deutschen Siegern kehrte endgültig die große Langeweile ein: Ruth Leuwerik und O.W. Fischer (der bei der Preisverleihung nicht anwesend war) gewannen im Doppelpack zum vierten Mal (!) hintereinander das goldene Reh. Auf den zweiten Plätzen landeten Heinz Rühmann, der in diesem Jahr einen „Trost“- BAMBI für langjährige Verdienste beim deutschen Film erhielt, sowie Liselotte Pulver. Die dritten Plätze gingen an Nadja Tiller und Peter van Eyck. Spannender als die Wahl der deutschen Lieblingsschauspieler war die Wahl der Nachwuchsstars. Hier siegten Loni von Friedl und Götz George. George spielte in diesem Jahr noch Theater am Deutschen Theater in Göttingen und hatte bereits zehn, meist kleinere Filmrollen, gespielt (u.a. in „Der Teufel spielt Balaleika“, „Mörderspiel“ oder „Unser Haus in Kamerun“). Friedl, bis 1965 aktiv am Wiener Burgtheater, brillierte 1961 in der nüchternen Berliner Alltagsszenerie „Zwei unter Millionen“.

Und BAMBI wurde 1962 wohl auch zum Liebesboten. Denn die zwei geehrten Nachwuchsstars von Friedl und George heirateten 1966 (verheiratet bis 1976). Aus der Ehe stammt Götz Georges einzige Tochter Tanja Nicole, die Regisseurin wurde und heute als Bildhauerin in Melbourne lebt. Die Königin des BAMBI-Balls war im Frühjahr 1962 aber nicht Loni von Friedl, sondern eindeutig Sophia Loren. Zunächst in schicker Abendrobe erschien sie zum Tanz in einem knielangen schwarzen Chiffonkleid. Im lässigen Stil eines übermutigen Teenagers legte sie einen Charleston aufs Parkett, der die Partygaste von den Sitzen riss. Und beim Twist blieb Rock Hudson, so berichtete der Reporter der FREUNDIN, fast die Spucke weg. „Ein grosartiges Paar“, raunten die Partygaste sich zu. Bleiben noch die BAMBIs für die „Kassenstärksten“ und „Künstlerischsten“ Filme. Das „Spukschloss im Spessart“ (mit Liselotte Pulver) war 1961 bei den Kinobesuchern am beliebtesten. Die Kinokritiker dagegen erfreuten sich an Bernhard Wickis „Das Wunder des Malachias“. Neben den BAMBIs gab es noch eine Ehrung: Dem Karlsruher Verleger Karl Fritz („Film-Revue“ und FREUNDIN) wurde anlässlich des BAMBI – Festes die Ehrenmedaille der Filmwirtschaft verliehen. Es war irgendwie auch ein vorgezogenes BAMBI-Abschiedsgeschenk – denn Ende 1962 verkaufte Fritz die Mehrheit seines Verlages an den Offenburger Verleger Franz Burda. 1963 gehörte die „Film-Revue“ und damit der Bambi dann zu 100 Prozent dem Hause Burda.

Notice: Undefined index: privacy_opt_in in /var/app/current/wp-content/themes/bambi2018/inc/helper.php on line 251