Die erste BAMBI-Preisträgerin Marika Rökk mit dem Kitz
Die erste BAMBI-Preisträgerin Marika Rökk mit dem Kitz (c)Deutsche Wochenschau GmbH/UFA

Die wenigsten wissen, dass BAMBI lange vor seinem ersten „Einsatz“ als Filmpreis auf die Welt gekommen ist. Bereits im Jahr 1936 wurde BAMBI als Tonfigur in der Majolika Karlsruhe von der Heidelberger Tierbildhauerin Else Bach geschaffen. Der Karlsruher Karl Fritz, Verleger der in Baden-Baden erscheinenden „Film- und Mode-Revue“, entdeckte Mitte der vierziger Jahre die Reh-Figur und sagte sich: „Dieses Reh ist ideal geeignet für meinen Filmpreis.“

Filmpreis? Ja, Fritz hatte 1948 die Idee, die Leser seiner Filmzeitschrift zu fragen, wer denn die beliebtesten Filmdarsteller im zurückliegenden Jahr gewesen seien. Unterteilt wurde in zwei Kategorien: „Beliebtester männlicher Darsteller“ und „Beliebteste weibliche Darstellerin“. Die Leserumfrage, die erste im Nachkriegsdeutschland überhaupt, wurde zum echten Renner. Zahlreiche Leser beteiligten sich per Postkarte an der Wahl. Das Ergebnis 1948 war eindeutig: Marika Rökk siegte mit 16,5 Prozent der Stimmen vor Phyllis Calvert (7,1 Prozent) und Margret Lockwood (6,3 Prozent). Bei den Männern war die Wahl noch deutlicher: Stewart Granger bekam 21,8 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei kam Jean Marais (12,7 Prozent) vor Wolf Albach-Retty (5,8 Prozent). Und den vierten Platz bei der ersten BAMBI-Wahl belegte – kaum zu glauben – Johannes Heesters! Heesters musste aber noch 19 Jahre warten, bis er 1967 seinen ersten BAMBI in Empfang nehmen durfte.

Öffentliche Preisverleihungen gab 1948 es noch nicht. Stattdessen packte der Chefredakteur der „Film- und Moderevue“ das damals noch schneeweiße Keramik-Reh ein, fuhr zu Marika Rökk und überreichte ihr das Reh als Siegerin der Publikumswahl. Als Marika Rökks Tochter Gaby, damals vier Jahre alt, dieses Reh zum ersten Mal sah, war sie völlig begeistert und juchzte: „Oh, das sieht ja aus wie Bambi!“ Gaby war ein großer Fan des 1942 in die Kinos gekommenen Walt-Disney-Zeichentrickklassikers „Bambi“. Und so kam BAMBI zu seinem Namen.

Bereits 1949 wurde der 1948 noch namenlose Filmpreis unter dem Namen BAMBI verliehen beziehungsweise dem Sieger der Leserwahl übergeben. Übrigens: Das Verlagshaus Burda hatte in den Anfangsjahren nichts mit BAMBI zu tun. Das änderte sich erst 1962, als Senator Franz Burda entschied, die „Film- und Moderevue“ und damit auch den Filmpreis BAMBI zu kaufen.

Text: Rüdiger Klausmann

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