Die stolzen BAMBI-Sieger (von links) Peter Ustinov, Ignatz Bubis und Herbert Feuerstein.
Die stolzen BAMBI-Sieger (von links) Peter Ustinov, Ignatz Bubis und Herbert Feuerstein. (c) BUNTE/W. Rabanus

Und wieder München. Der Dauer-Austragungsort der BAMBI-Verleihung lockte 1994 über 300 Medienprominente in die Halle 9 des Bavaria Studios. Held des Abends war Sir Peter Ustinov, der von Filmstar Christine Hörbiger für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Ustinov schaute sich die Halle etwas genauer an: „Vor 40 Jahren habe ich hier ‚Lola Montez’ gedreht.“ Danach betrachtete sich das vielfach preisgekrönte Multitalent (je zweimal den „Oscar“ und „Emmy“) den BAMBI und scherzte: „Ich bin nicht sicher, ob ich den Preis verdient habe.“

Ernsthafte Zweifel an der Preisberechtigung hatten einige Promis im Saal, als „Tutti-Frutti“-Erfinder Hugo Egon Balder mit seinen Comedians für sein neuestes Projekt „RTL Samstag Nacht“ geehrt wurde. Zu flach und dümmlich war für viele der Humor. Doch die Einschaltquote 1994 setzte deutliche Zeichen: Die Zuschauer liebten die neue Balder-Erfindung. Und sie liebten insbesondere den schrägen Wigald Boning, der auch bei der BAMBI-Verleihung seinem Image alle Ehre machte. Bonings BAMBI- Anzug: ein Einzelstück in Schreiblau, entworfen von seiner Freundin Maria Dimler („Natürlich schneidere ich auf Anfrage gerne nach“). Boning scherzte auf der Bühne: „Wenn ich mit ‚Samstag Nacht’ fertig bin, dann gehe ich in die Politik. Sollte ich da scheitern, mache ich halt eine Hühnerfarm auf.“ Boning scherzte? Immerhin ist der Mann engagiertes Mitglied der FDP und schrieb 1998 das Polit-Comedy-Buch „Unser Land soll schöner werden – das Programm für Deutschland.“ Zur übrigen „Samstag Nacht“-Mannschaft gehörten übrigens Olli Dittrich (heute durch „Dittsche“ oder seine Musikcombo „Texas Lightning“ bekannt), Esther Schweins (heute ernsthafte Schauspielerin), Stefan Jürgens (heute Ex-„Tatort“-Kommissar, Schauspieler und Kabarettist), Tanja Schumann (tingelt heute durch Sendungen wie „Das perfekte Promi-Dinner“) und Mirco Nontschew (nach zwischenzeitlichen Kino-Hits mit den „7 Zwergen“ in der Versenkung verschwunden).

Geehrt wurde außerdem Herbert Feuerstein (der Dauer-Prellbock von Harald Schmidt in „Schmidteinander“). Was die wenigsten wussten – auch wenn die Sendung „Schmidteinander“ hieß, stammten das Konzept und die Idee zur Sendung komplett von Herbert Feuerstein. Zur Werbung in eigener Sache nutzte der beste TV-Talker Alfred Biolek die BAMBI-Verleihung. Er verkündete den Start einer weiteren TV-Koch-Serie mit „Bio“ als Küchenkünstler sowie das Erscheinen seines neuen Kochbuchs. Die von Biolek beim BAMBI angekündigte Kochsendung schrieb wider Erwarten anschließend TV-Geschichte. „Alfredissimo“ wurde von 1994 bis 2007 ausgestrahlt! Apropos kochen: Feinkost- Künstler Gerd Käfer verwöhnte die Prominenten auch 1994 mit allerlei kulinarischen Merkwürdigkeiten: Da gab es unter anderem Spargelsülzchen, Bärenkrebse aus Neuseeland, Ochsenfilet und Trüffelpüree, worüber sich auch die weiteren BAMBI-Preisträger freuten: Lucilectric (BAMBI für Song „Weil ich ein Mädchen bin“), Komponist Michael Cretu („Enigma“), Ignatz Bubis (Politik-BAMBI), Serien-Star Tina Ruland („Nicht von schlechten Eltern“), Regisseur Sönke Wortmann (für seinen Kinoerfolg „Der bewegte Mann“) und Ski-Ass Markus Wasmeier (Sport- BAMBI).

Text: Rüdiger Klausmann

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