Oha! Und das mit 85 Jahren! Marika Rökk zeigte „Winnetou“ Pierre Brice und dem Karlsruher Publikum ihre Beine. Rökk, 50 Jahre zuvor erste BAMBI-Preisträgerin, wurde mit dem Jubiläums-Bambi ausgezeichnet.
Oha! Und das mit 85 Jahren! Marika Rökk zeigte „Winnetou“ Pierre Brice und dem Karlsruher Publikum ihre Beine. Rökk, 50 Jahre zuvor erste BAMBI-Preisträgerin, wurde mit dem Jubiläums-Bambi ausgezeichnet.

Die Geschichte ist längst Legende: Als die beliebteste Schauspielerin des Jahres 1948 von den Redakteuren der Karlsruher „Film- und Mode-Revue“ ein damals namenloses Reh überreicht bekam, stürmte Gaby, die 4-jährige Tochter von Marika Rökk, ins Zimmer, entdeckte den Filmpreis und juchzte: „Oh, das sieht ja aus wie Bambi!“ Gaby war ein großer Fan des 1942 in die Kinos gekommenen Walt-Disney-Zeichentrickklassikers „Bambi“. Und so kam BAMBI zu seinem Namen. 50 Jahre später – passend zum großen BAMBI-Jubiläum kehrte BAMBI an seinen Ursprungsort Karlsruhe zurück, und die erste Preisträgerin Marika Rökk erhielt unter großem Beifall den „Jubiläums-BAMBI“. Mit der Rückkehr nach Karlsruhe schloss der Burda-Verlag auch endgültig mit einer unangenehmen Episode in der Ära von Senator Franz Burda ab. Dieser hatte 1964 für einen Eklat gesorgt, als er verärgert über die kritische Berichterstattung der Lokalpresse verkündete: „Das Reh macht kehrt. Es wird nicht mehr nach Karlsruhe zurückkommen. Karlsruher Journalisten haben es vertrieben.“

34 Jahre später beendete Hubert Burda den Bann und verlieh – wie passend – seine goldenen Jubiläums-Rehe auf dem explosiven Grund einer ehemaligen Karlsruher Munitionsfabrik, die „zum beispiellosen Zentrum für Kunst und Medientechnologie“ (Hubert Burda) umgebaut wurde. Der BAMBI für Marika Rökk war am 7. November 1998 sicherlich der Höhepunkt der Karlsruher Gala – ein Höhepunkt mit traurigem Hintergrund, den keiner der anwesenden Gäste ahnte. Als Laudator für Marika Rökk war Jean Marais („Fantomas“, „Der Graf von Monte Christo“) eingeladen. Der französische Schauspielstar galt in der BAMBI-Historie lange Zeit als der erste männliche BAMBI-Preisträger – er landete aber bei der Leser-Wahl 1948 „nur“ auf Platz zwei hinter Stewart Granger. Doch leider musste Marais für BAMBI 1998 absagen und er tat es galant, in einem Brief an die Pariser BUNTE-Korrespondentin Angela Sarkis: „Ich bin sehr bewegt von Ihrem Brief und Ihrer Einladung wegen des BAMBIS. Unglücklicherweise hindern mich das Alter, 85 Jahre, und meine Gesundheit, in Karlsruhe zu erscheinen. Haben Sie die Güte, Marika Rökk meine Komplimente zu übermitteln und ihr meine Bewunderung und Freundschaft auszudrücken. Sehr herzlich, Jean Marais.“ Das Tragische dieses November-Abends: Die 700 BAMBI-Gäste lasen den Brief, der auf eine Leinwand projiziert wurde – und ahnten nicht, dass Marais zu diesem Zeitpunkt bereits tot war: Er starb in jener Nacht in Cannes.

Es gab aber auch Momente ausgelassener Heiterkeit beim Jubiläums- BAMBI, zum Beispiel als die „Sieben Tage, sieben Köpfe“- Truppe für ihren Comedy-BAMBI mit folgendem Witz dankte: „Wenn Schröder einen BAMBI bekommen hätte, hätte er gesagt: Brauch’ ich nicht, ich hab’ schon einen Oskar.“ Zum Verständnis für das Jahr 2008: Damals waren der neue Bundeskanzler Gerhard Schröder und sein Finanzminister Oskar Lafontaine noch ein Herz und eine SPD-Seele… Dass BAMBI der wichtigste Medienpreis ist, betonte Giorgio Armani: „Ich wollte eigentlich aufhören, aber dieser BAMBI (für Mode) lässt mich weitermachen.“ Witzig war die BAMBI-Dankesrede von „Miss Tagesthemen“ Gabi Bauer: „Meine Mutter sagte: Maria Schell hat einen BAMBI bekommen – warum denn du?“ Ganz einfach, liebe Mutter Bauer – für die beste TV-Moderation des Jahres 1998. Und Lea Rabin bekam Standing Ovations für ihre fließend deutsche Laudatio auf Christiane Herzog (BAMBI Charity für ihren Einsatz für Lungenkranke): „Als Frau eines ermordeten Premiers weiß ich, wie schwer es ist, die Pflichten einer First Lady zeitlich mit einer Charity-Aufgabe zu vereinbaren.“ Weitere BAMBIS gingen 1998 in Karlsruhe an Heike Drechsler (Sport-BAMBI), Modern Talking („Comeback-BAMBI“), Schauspieler Heinz Hoenig, dessen Kollegin Franka Potente (für „Lola rennt“) und an TV-Kommissar Horst Tappert („BAMBI Lifetime“ für 281 Folgen „Derrick“).

Text: Rüdiger Klausmann

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