Gruppenbild mit BAMBI (v.l.): Barbara Dickmann, Hanna Schygulla, Dieter Hallervorden, Astrid Lindgren, Peter Gerlach und Robert Stromberger.
Gruppenbild mit BAMBI (v.l.): Barbara Dickmann, Hanna Schygulla, Dieter Hallervorden, Astrid Lindgren, Peter Gerlach und Robert Stromberger. (c)W.Rabanus

Jeder Mitarbeiter bei Hubert Burda Media weiß, dass die neuen Medien, der Digital-Markt, das Lieblingsthema von Verleger Hubert Burda sind. Doch nur die wenigsten wissen, dass diese Leidenschaft eine lange Vorgeschichte hat. Denn bereits bei der BAMBI-Verleihung für das Jahr 1980 (und die ersten drei Monate des Jahres 1981) präsentierte Verleger Hubert Burda den Ehrengästen im Münchner „Bayrischen Hof“ den „Start eines neuen Mediums“: die Bildplatte. Burda erläuterte stolz die technischen Details: „Die Bildplatte hat eine Speicherfähigkeit von rund 54 000 Einzelbildern. Das heißt, dass alle Gemälde der Welt in den Museen von der Eremitage, der Neuen und der Alten Pinakothek, von Prado und Louvre bis hin zur National Gallery in New York auf einer einzigen Bildplatte Platz finden.“ Aber Bildplatten von „BurdaVision“ gab es auch mit weniger anspruchsvollem Inhalt – zum Beispiel mit Szenen der BAMBI-Verleihung.

Hubert Burdas Vision im Frühjahr 1981: „Einen Spielfilm von zwei Stunden Länge für 18,90 Mark auf den Markt bringen.“ Und wie funktionierte die in Zusammenarbeit mit Philips entwickelte Technik? Ganz einfach: Um diese Bildplatte abzuspielen, brauchte man neben dem Farbfernseher ein Abspielgerät ähnlich wie bei Schallplatten. Nur dass bei der Bildplatte nicht ein Saphir, sondern ein Laserstrahl die Platte abtastete. Heute ist diese sogenannte „Laserdisc“ praktisch ohne Bedeutung. Sie gilt jedoch als Vorgänger der 1981 eingeführten und damals zunächst nur für Tonaufzeichnung konzipierten Compact Disc beziehungsweise der späteren CD-ROM. Auch der Begriff „Bildplatte“ konnte sich nicht durchsetzen – auch wenn die heutigen DVDs im Prinzip nichts anderes sind. Im „Bayrischen Hof“ war dies alles Anfang 1981 den meisten Gästen so oder so egal.

Insbesondere Komiker und BAMBI-Preisträger Dieter Hallervorden witzelte sich durch den Abend. An die Adresse von CSU-Chef Franz-Josef Strauß: „52 Prozent der Leser haben mich gewählt. Eine Zahl, auf die Politiker eigentlich neidisch sein müssten.“ Und dann schoss er noch augenzwinkernd gegen das Fernsehen: „Wissen Sie, was einen humorvollen Programmmacher kennzeichnet? Er trennt die Spreu vom Weizen – und sendet dann die Spreu.“ Etwas nachdenklicher zeigte sich die herausragende Film- und Fernsehschauspielerin Hanna Schygulla: „Der BAMBI kennzeichnet einen Wendepunkt in meinem Leben. Ich möchte einen neuen Anfang machen – weg vom Publikumsfilm wie ‚Lili Marleen’, hin zu engagierter Filmkunst.“ Als Hellseher betätigte sich übrigens Horst Tappert, BAMBI-Preisträger für das Jahr 1978, der 1981 zum 85. Mal den „Derrick“ spielte: „Ich mache so lange Derrick, wie mich die Leute sehen wollen.“ Und das dauerte lange: 1998 nach 281 Folgen war erst Schluss.

Die BAMBI-Verleihung im April 1981 hatte auch – damals noch nicht einmal geahnt – historischen Charakter. Denn Frank Elstner startete zwei Monate zuvor eine neue Fernsehshow mit dem Namen „Wetten, dass …?“. Die BUNTE schrieb damals: „Elstner griff nicht nach den Sternen, dafür lieferte er aber richtige, spannende Unterhaltung.“ Und Elstner bekam am 4. April 1981 dafür einen BAMBI – übrigens seinen bislang einzigen! Und das, obwohl sowohl „Wetten, dass …?“ als auch der damalige Moderator auch 27 Jahre später noch zu den festen Größen im deutschen Fernsehen gehören.

Text: Rüdiger Klausmann

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