Die Sieger mit dem neuen goldenen BAMBI: Maria Schell, Horst Buchholz und Gina Lollobrigida.
Die Sieger mit dem neuen goldenen BAMBI: Maria Schell, Horst Buchholz und Gina Lollobrigida. (c)BUNTE

BAMBI feiert 10. Geburtstag – und verändert seine Form. Aus dem weißen Majolika-BAMBI wurde ein feingliedriges, goldenes Reh. Passend zum Jubiläum erhielt der Bildhauer Emil Sutor (bekannt für seinen „Hirtenläufer“, der 1938 bei der Kunst-Olympiade ausgezeichnet wurde) den Auftrag, der berühmten Statuette ein neues Antlitz zu verschaffen. Und so erhielten die Sieger des BAMBIS 1957 – der am 16. März 1958 erneut in der Karlsruher Schwarzwaldhalle übergeben wurde – erstmals ein goldenes Reh, das dem heutigen BAMBI-Preis schon sehr ähnlich sah.

Für Karlsruhe war die BAMBI-Feier wieder einmal ein Ereignis, das tausende Menschen in seinen Bann zog. 40 berühmte Stars aus dem In- und Ausland (neben den BAMBI-Siegern u.a. Mario Adorf, Hannes Messemer, Ivan Desny, Kristina Söderbaum und Marianne Koch) gaben sich die Ehre, 4000 meist jugendliche Filmfans feierten die BAMBI-Sieger in der Schwarzwaldhalle und Tausende standen trotz beißender Kälte vor den Eingängen, um wenigstens einen Blick auf die Filmstars zu erhaschen. Die BUNTE schrieb von einem „Belagerungszustand“. Die „Film-Revue“ machte einen „brodelnden Hexenkessel überschäumender Begeisterung“ aus. Besonders umjubelt wurden natürlich die BAMBI-Sieger, obwohl in der Sieger-Liste nicht viele neue Namen auftauchten. Bei den weiblichen Hauptdarstellern (Inland) siegte – wie könnte es anders sein – zum sechsten Mal in zehn Jahren Maria Schell. Auch Horst Buchholz (vor O.W. Fischer) und Gina Lollobrigida (vor Audrey Hepburn) verteidigten ihren Titel. Allein Jean Marais musste sich bei den ausländischen Darstellern in diesem Jahr mit Platz zwei hinter Sieger Rock Hudson begnügen. Doch Marais hatte inzwischen so viel Gefallen an der BAMBI-Feier gefunden, dass er sich auch ohne Ehrung unter die Karlsruher Festgäste mischte. Ganz im Gegensatz zu Rock Hudson, der aus Hollywood dann doch nicht einfliegen wollte – dessen artige Danksagung („Eine wunderbare Anerkennung“) den viertausend Gästen in der Halle aber per Tonband vorgespielt wurde.

Maria Schell nahm ihren sechsten BAMBI natürlich persönlich entgegen: „Ich bin sehr gerührt, dass ich noch einmal den BAMBI erhalten habe, den ich in diesem Jahr gar nicht verdient habe.“ Und Horst Buchholz meinte augenzwinkernd: „Ich habe zwar noch keinen Tierpark wie Maria, aber immerhin habe ich den BAMBI nun auch schon zum zweiten Mal erhalten.“ Und Gina Lollobrigida brachte es kurz und knapp auf den Punkt: „BAMBI, Karlsruhe, Deutschland – isch liebe disch!“ Natürlich gab es nicht nur BAMBI für die Stars, sondern auch Geschenke der Stadt Karlsruhe. Oberbürgermeister Günther Klotz schenkte Maria Schell eine Jahresdauerkarte für die Straßenbahn – Schell hatte sich im Jahr zuvor als begeisterte Straßenbahnfahrerin geoutet. Ehrensache, dass Schell die Karte nicht selbst behielt, sondern einer bedürftigen Schülerin weitergab. Keinen Abnehmer für sein Geschenk der Stadt Karlsruhe fand indes Ski-Star Toni Sailer. Etwas hilflos starrte er auf die silberne Zigarettendose. Kein Wunder – als Nichtraucher…

Text: Rüdiger Klausmann

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