BAMBI 2011

BAMBI gratuliert Kurt Maetzig

Im Jahr 1948, als BAMBI zum ersten Mal verliehen wurde, erhielt Regisseur Kurt Maetzig den Preis für seinen bewegenden Nachkriegsfilm „Ehe im Schatten“. Heute feiert der Preisträger der ersten BAMBI-Stunde seinen 100. Geburtstag.

Kurt Maetzig wurde am 25. Januar 1911 in Berlin geboren. Nach dem Studium der Chemie, Volks- und Betriebwirtschaftslehre in München, studierte er Soziologie und Jura in Paris an der Sorbonne und promovierte über „Das Rechnungswesen einer Filmkopieranstalt“. Außerdem war er Gründungsrektor und Leiter der Deutschen Filmhochschule für Kunst in Babelsberg und ist überdies ein renommierter Regisseur, der die Filmentwicklung in der DDR maßgeblich beeinflusste.

Maetzig widmete sein ganzes Schaffen der Erneuerung der Filmkunst in Deutschland – als einer der Höhepunkte seines Einsatzes gilt der Film „Ehe im Schatten“. Es war der erste deutsche Film, der von der Verfolgung der Juden in der Nazizeit handelte und sowohl im Westen als auch im Osten sein Publikum auf besondere Weise berührte. Auch deswegen, weil der Regisseur mit der Geschichte eigene Erlebnisse verband – seine Mutter war jüdischer Abstammung und nahm sich 1942 das Leben. Später in der DDR trug Kurt Maetzig maßgeblich zur Entwicklung des sozialistischen Films bei: Nach dem Krieg im Jahr 1946 war er Mitgründer des Film-Aktivs in Ostberlin, sowie einer der vier Lizenzträger der DEFA (Deutsche Film-Aktiengesellschaft). Er übernahm außerdem die Leitung der neuen deutschen Wochenschau „Der Augenzeuge“. Im September 1949 nahm sein Film „Die Buntkarierten“ sogar als erster ostdeutscher Film am Festival in Cannes teil.

Der BAMBI, den der damals 36-jährige Regisseur für sein Werk „Ehe im Schatten“ erhielt, wurde zu dieser Zeit noch aus Porzellan gefertigt und war deshalb fragiler als die Bronzestatuen heute. So erzählte der Regisseur in einem späteren Interview wehmütig, dass sein Original-BAMBI die Zeit leider nicht überstanden habe. Die zu Hubert Burda Media gehörende Zeitschrift SUPERillu machte es sich daher zum Auftrag, ihm eine Kopie der Original-Statue zu schenken und übergab dem Preisträger 2008 ein neues weißes BAMBI.