Eindeutig, der Bambi ist bayrisch geworden: Nicht nur Sophia Loren erfreute sich an den Klängen der bayrischen Blasmusikkapelle
Eindeutig, der Bambi ist bayrisch geworden: Nicht nur Sophia Loren erfreute sich an den Klängen der bayrischen Blasmusikkapelle

Nachdem Senator Franz Burda aufgrund der negativen Berichte über die Karlsruher BAMBI-Verleihung im Jahr 1964 androhte, dass der BAMBI nie wieder in Karlsruhe Station machen werde, ließ er 1965 seinen Worten Taten folgen und feierte erstmals seine BAMBI-Gala in München. Die Siegerliste für den „BAMBI 1964“, der im Mai 1965 auf der Kongresssaalbühne des Deutschen Museums verliehen wurde, ähnelte der des Vorjahres. Heinz Rühmann setzte sich gegen Thomas Fritsch und O.W. Fischer durch, Liselotte Pulver ließ zum dritten Mal hintereinander Ruth Leuwerik und Nadja Tiller hinter sich. Bei den ausländischen Stars entschieden sich die Leser der FREUNDIN mit Film-Revue zum fünften Mal für Sophia Loren (vor der ewigen Zweiten Doris Day) und bei den Männern holte sich nach einem Jahr Pause erneut Rock Hudson (vor „Winnetou“ Pierre Price) seinen sechsten BAMBI.

Die Burda-Zeitschrift „Bild und Funk“ bescheinigte der BAMBI-Feier, wieder einmal „ein glanzvolles Fest des deutschen Films“ gewesen zu sein. „Schon der Auftakt, die Weinprobe im Künstlerhaus, war einmalig. Gastgeber Dr. Burda hatte Spitzenweine seiner badischen Heimat an die Isar bringen lassen. An diesem Abend triumphierte der badische Wein über das Münchner Bier!“, schwärmte der Autor der „Bild und Funk“. Doch Franz Burda beließ es nicht nur bei Bier und Wein, er sorgte vor der BAMBI-Verleihung erneut mit einer Grundsatzrede, in der er sich um die Zukunft des deutschen Films sorgte, für große Diskussionen. Mehr als 60 Filmstars applaudierten bei der anschließenden BAMBI-Vergabe nicht nur den Siegern der Leser-Wahl – Rock Hudson und Sophia Loren wurden besonders gefeiert – sondern auch den Preisträgern der Ehren- BAMBIs. Marianne Hoppe, Hilde Krahl, Brigitte Horney, Willy Fritsch, Hans Söhnker und Mathias Wieman wurden von Senator Franz Burda für langjährige Verdienste rund um den Film geehrt. Die kassenstärksten Filme des Jahres 1964 waren „Cleopatra“, „Winnetou, Teil 1“ sowie „Das Schweigen“. Als künstlerisch wertvollster Film des Jahres bekam „Die Tote von Beverly Hills“ den Kritiker-Bambi.

Text: Rüdiger Klausmann

Notice: Undefined index: privacy_opt_in in /var/app/current/wp-content/themes/bambi2018/inc/helper.php on line 251