Kategorie: BAMBI

Wenn BAMBI die Welt für einen Moment anhält

Patricia Riekel mit einem BAMBI (c) privat

Ein geplatztes Abendkleid und verschwundene BAMBIs kurz vor der Live-Show: Die BAMBI-Schirmherrin Patricia Riekel hat in den vergangenen 20 Jahren schon so einige skurrile aber auch sehr bewegende Momente bei Deutschlands wichtigstem Medienpreis erlebt. BAMBI.DE traf die ehemalige Bunte-Chefredakteurin in ihrem Büro in München.

Wer hat die BAMBIs geklaut?

„Zwei Stunden vor der Preisverleihung waren plötzlich bis auf einen BAMBI alle Trophäen weg!“, sagt Patricia Riekel lachend. Dieser Vorfall liegt nun schon einige Jahre zurück. Nach Lachen war ihr damals aber nicht zumute und so musste kurzerhand ein Plan B her: „Im Notfall hätten wir den Preisträgern hinter den Kulissen den BAMBI wieder weggenommen und an den nächsten weitergereicht.“ Soweit kam es aber zum Glück nicht. Kurz vor Beginn der Gala tauchten die goldenen Rehkitze wieder auf. Ein Mitarbeiter hatte sie aus Sicherheitsgründen in einen separaten Trakt eingeschlossen und niemandem davon erzählt – eine Generalprobe für das Nervenkostüm aller Beteiligten.

Kleid platzt – the show must go on

Starke Nerven sind bei einem so großen Event wie der BAMBI-Verleihung besonders wichtig. Auf dem roten Teppich tummeln sich schließlich Politiker und Stars, die von Fans und Fotografen belagert werden, bevor im Saal die Live-Übertragung losgeht. Patricia Riekel strahlt selbst in solchen Momenten Gelassenheit aus – so auch jetzt in ihrem Büro während sie umringt von Erinnerungstücken und Fotos vor uns sitzt. Beim BAMBI 2004 wurde aber auch sie kurz vor ihrem Bühnenauftritt richtig nervös: „Damals erhielt Donatella Versace einen BAMBI und ich hatte deshalb ein Versace-Kleid an, das aber sehr eng war. Kurz bevor ich auf die Bühne ging, platzte das Kleid an einer Stelle, wo man nicht darüber hinweg sehen konnte. Ein zweites Kleid gab es nicht und so wurde die Robe kurzerhand hinter der Bühne notdürftig geflickt – auf der Bühne traute ich mich kaum zu Atmen. Es hat dann aber zum Glück gehalten“, Patricia Riekel lächelt und schüttelt den Kopf.

„Die BAMBI-Verleihung ist wie eine Schneekugel“

Kleider, Lichter, roter Teppich und Fanfaren – wie passt eine Show wie die BAMBI-Verleihung in unsere heutige Welt, in der täglich so viele schreckliche Dinge auf der Welt passieren? Für einen Moment schweift Riekels Blick aus dem Fenster, dann antwortet sie: „Wir halten mit der BAMBI-Verleihung die Welt für einen kurzen Moment an. Das ist wie eine Schneekugel, in der der Glitzer ganz langsam rieselt. Ein magischer Moment. Wir richten die Scheinwerfer auf eine Persönlichkeit, die etwas Außergewöhnliches geleistet hat. Die uns berührt, bewegt oder aufgerüttelt hat. Für wenige Stunden können wir alles Trennende vergessen und gemeinsam lachen oder vielleicht auch eine Träne verdrücken.“

Manchmal sind es gerade die unglamourösen Momente, die das Publikum zu Tränen rühren, wenn „Stille Helden“, die dem Publikum völlig unbekannt sind, die Bühne betreten und für ihr Engagement geehrt werden. Patricia Riekel erinnert sich an das Jahr 2008, als Mitarbeiter von „KinderhospizBärenherz“, einer Einrichtung, in der todkranke Kinder bis zum Schluss gepflegt werden, einen BAMBI erhielten: „Nach der Laudatio hatten fast alle im Raum Tränen in den Augen. Vielen Menschen war nicht klar, dass es so einen Ort auch für Kinder gibt. Bei der Tatsache von unheilbar kranken Kindern, die bald sterben müssen, möchte man am liebsten die Augen verschließen. Aber gerade für diese Kinder und ihre Familien ist es wichtig, dass sie liebevoll begleitet werden. Was diese stillen Helden leisten, muss von einem breiten Publikum gesehen werden.“

Menschen, die die Welt bewegen

Bill Clinton, Michael Jackson oder Muhamed Ali – die BAMBI-Trophäe wurde in der Vergangenheit vielen Menschen verliehen, die die Welt bewegt haben und Patricia Riekel hat sie ihnen oft persönlich überreicht. Eine dieser Begegnungen hat sie jedoch nachhaltig berührt: „Im vergangenen Jahr durfte ich Papst Franziskus einen BAMBI in Rom überreichen. Ich lief durch die prachtvollen goldgeschmückten Räume des Vatikans und am Ende traf ich auf einen ganz bescheidenen Mann mit einem schlichten Kreuz und Gesundheitsschuhen. Er hatte in seinen Augen eine Mischung aus Autorität und Demut vor dem anderen Menschen. Ich werde diese Begegnung nie vergessen.“

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