Alle meine BAMBIS: Peter Alexander 1987 (damals hatte er nur acht BAMBIS) mit seiner Reh-Herde. Viertes BAMBI von links: der „Super-BAMBI“ mit dem legendären Bratpfannen-Sockel.
Alle meine BAMBIS: Peter Alexander 1987 (damals hatte er nur acht BAMBIS) mit seiner Reh-Herde. Viertes BAMBI von links: der „Super-BAMBI“ mit dem legendären Bratpfannen-Sockel. (c) BUNTE/U.Skoruppa

Er ist nach Heinz Rühmann (12 BAMBIS) der Zweite in der ewigen BAMBI-Siegerliste: Entertainer Peter Alexander. Unter den Augen von Bundespräsident Roman Herzog erhielt Alexander von Rudi Carrell 1996 in Leipzig den „Lifetime“-BAMBI, sein zehntes goldenes Reh! Früher hieß das noch „BAMBI für das Lebenswerk“, aber Peter Alexander freute sich trotz anhaltendem Hang zu Anglizismen über sein Ehren-Reh und verriet nach dem langen Beifall der Gala-Gäste bescheiden: „Meine bisherigen neun BAMBIS stehen in einer Wohnzimmernische unseres Hauses in Lugano. Damit die Besucher nicht gleich darüber stolpern.“ Wie kein Zweiter hat Peter Alexander, der heute ganz zurückgezogen in Wien lebt und regelmäßig Einladungen zu Fernsehauftritten ablehnt, die Geschichte von BAMBI geprägt.

Für das BUNTE-Sonderheft „50 Jahre BAMBI“ schrieb er seine persönlichen BAMBI-Anekdoten nieder. Alexander erinnerte daran, dass er der einzige Preisträger eines Super-BAMBIS für „25 Jahre beliebteste Fernseh-Unterhaltung“ sei: „Der sogenannte Super-BAMBI ist ein Riesenreh auf einem bratpfannenähnlichen Sockel. Ich sagte damals zu Senator Franz Burda: ‚Franz, das ist ein praktischer Preis. Da ist die Pfanne für den Rehrücken schon dabei.’“ Senator Franz Burda blieb Peter Alexander bis heute in bester Erinnerung: „Ich werde diesen tüchtigen und humorvollen Mann nie vergessen. Er konnte BAMBI-Feste feiern wie kein anderer. Ich denke da an eine Veranstaltung in Ruhpolding. Ganz unten auf der Einladung, wo sonst immer steht: ‚Dunkler Anzug erbeten’, stand diesmal: ‚Warme Unterwäsche nicht vergessen. Es kann kalt werden.’“ Unvergessen blieb Peter Alexander auch die BAMBI-Gala in Monaco, bei der er sich mit Fürstin Gracia Patricia über Kindererziehung unterhielt und die bemerkenswerte Festrede von Franz Burda erleben durfte: „Ich muss heute noch lachen, denn er sagte wörtlich: ‚Liebe Fürschtin, dein liebes Gsichtle kennen wir ganz genau. Denn wir haben es schon hunderttausendmal durch unsere Rotationsmaschine gejubelt. Und noch was, liebe Fürschtin. Dafscht so bleibe, bischt a liebs Mädle!’.“ Alexander abschließend: „Ich halte meine zehn BAMBIS hoch in Ehren. Jeder einzelne war mit viel Arbeit und Freude verbunden. Es ist einfach schade, dass ich bei den nächsten 50 BAMBI-Jahren nicht mehr voll dabei sein kann.“ Abschiedsworte eines ganz Großen, der 1996 seinen bislang letzten BAMBI erhielt.

Kein Wunder, dass die anderen BAMBI-Sieger – trotz aller Verdienste – zwangsläufig im Schatten von „Peter dem Großen“ standen. Deutschlands Elite-Kicker, angeführt von Bundestrainer Berti Vogts, die mit dem „Sport“-BAMBI geehrt wurden, nahmen zwei Privat-Jets von München nach Leipzig. Als die Europameister aus den VIP-Limousinen stiegen, gerieten 2000 Zaungäste trotz Regens aus dem Häuschen, und die Mädchen kreischten beim Anblick von Mehmet Scholl, Christian Ziege und Jürgen Klinsmann. In der ganzen Euphorie musste dann auch FOCUS-Chef Helmut Markwort Autogramme geben. Bundestrainer Berti Vogts widmete seinen BAMBI den Medizinern des Deutschen Fußball-Bundes: „Ohne die wären wir wohl kaum Europameister geworden.“ Eine der 21 Gold-Trophäen überreichte auch der Moderator der BAMBI-Galas 2006, 2007 und 2008, Entertainer Harald Schmidt, an seinen Kollegen Jürgen von der Lippe („Geld oder Liebe“). Schmidt mit dem ihm eigenen Humor über die Platzierung der BAMBI- Gäste im Saal: „Der deutsche Mann ist am Ziel, wenn er zwischen Nadja Auermann und Berti Vogts sitzt.“ Schmidt hatte das Ziel nicht erreicht – sein Nachbar war Mehmet Scholl.

Nach Peter Alexander erhob sich das Publikum 1996 ein zweites Mal, als der „Ehren-BAMBI“ an Chirurg Jochen Hoyer ging, der, um mit gutem Beispiel voranzugehen, einem Patienten eine seiner Nieren spendete. Und was Hoyer der BAMBI bedeutete, sagte er bei seiner Dankesrede: „Es ist mir lieber als ein Bundesverdienstkreuz, weil es ein Band zur Öffentlichkeit knüpft und damit Dinge, die ich vertrete, neu andiskutiert werden.“ Sein Ziel: Mehr Menschen zu Organspenden zu bewegen. Die Hollywood-Unsitte, beim Dank für den Oscar die eigene Mutter zu grüßen, um Verlegenheit zu überbrücken, hatte US-Filmstar Arnold Schwarzenegger perfekt drauf, als ihm Desiree Nosbusch seinen „Film International“-BAMBI überreichte. Natürlich war der heutige Gouverneur von Kalifornien auch nicht persönlich in Leipzig, sondern wurde per Video aus Los Angeles eingespielt. Angeblich wegen nicht genauer definierten „Terminproblemen“. Weitere BAMBI- Höhepunkte: Talkmaster Jürgen Fliege sprang vor Freude auf, weil die BAMBI-Leserumfrage der Burda-Magazine ergeben hatte, dass seine Talkshow – vor „Bio“ und Hans Meiser – die beliebteste war und Regisseur und Schauspieler Detlev Buck ging gleich mit zwei goldenen Rehlein nach Hause – Trophäen für seine Kino- Komödie „Mannerpension“ (3,2 Millionen Zuschauer).

Text: Rüdiger Klausmann

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