BAMBI-Sieger 1968 (v.l.) Heinz Rühmann, Omar Sharif, Uschi Glas und »Bonanza«-Held Lorne Greene im Januar 1969 im Münchner ZDF-Studio
BAMBI-Sieger 1968 (v.l.) Heinz Rühmann, Omar Sharif, Uschi Glas und »Bonanza«-Held Lorne Greene im Januar 1969 im Münchner ZDF-Studio (c)BUNTE

Und wieder Neues im BAMBI-Verlag Burda. Die Lieblingsschauspieler 1968 dürfen erstmals auch Leser der BUNTEn mitwählen und den Fernseh- BAMBI bestimmen die Leser der „Bild und Funk“ in diesem Jahr in den Kategorien „Beliebtester Quizmaster“ und „Beliebteste Fernseh-Serie“. Die klaren Sieger: Sophia Loren, Heinz Rühmann, Omar Sharif und Jungschauspielerin Uschi Glas sowie Quizmaster Hans-Joachim Kulenkampff („Einer wird gewinnen“). Außerdem gibt es von der Redaktion ausgewählte BAMBIs unter anderem für Dieter Gütt (bester politischer Kommentar) und Herbert Reinecker (Kriminal-Drehbuch).

Insgesamt 13 goldene BAMBIs wurden im Studio des Zweiten Deutschen Fernsehens am 24. Januar 1969 vergeben. Wie schon im Jahr zuvor verknüpfte Senator Franz Burda die BAMBI-Verleihung mit seinem traditionellen Münchner „Bal Paré“ und sorgte für zwei Tage Glanz und Glamour, zwei Tage Prominenz in Bayerns Hauptstadt. Burda bedauerte besonders, dass die inzwischen achtfache BAMBI-Preisträgerin Sophia Loren nicht nach München kommen konnte, weil sie junge Mutter eines Sohnes geworden war. Loren wurde ihr BAMBI in Genf verliehen. Aus den USA war aber Lorne Greene, der „Ben Cartwright“ aus der Serie „Bonanza“, eingeflogen und nahm „auch im Namen meiner Filmsöhne“ den BAMBI für die „beliebteste TVSerie“ entgegen.

Das Motto seiner Show machte sich Hans-Joachim Kulenkampff zu eigen: „Einer wird gewinnen“ – und Kulenkampff gewann den BAMBI als beliebtester deutscher Showmaster. Allerdings konnte Kulenkampff das Reh nicht persönlich abholen – er hatte Generalprobe für seine Show. Aber ganz Showmaster hatte Kulenkampff natürlich eine Ersatz- Verleihung organisiert: Butler Martin übergab „Kuli“ das goldene Reh am Tag darauf während „Einer wird gewinnen“. Apropos Show: Nachdem sich BAMBI im vergangenen Jahr dem Fernsehen angenähert hatte, wurde das Fernsehen auf BAMBI aufmerksam – und übertrug die Show als Live- Aufzeichnung. Auch ein Grund, weshalb Franz Burda ausgerechnet in den ZDF-Fernsehstudios sein goldenes Reh unter die Promis brachte.

Die Fernsehaufzeichnung im Januar 1969 sorgte für große Schlagzeilen in der Boulevardpresse, denn der Regisseur der Show, Truck Branss, brach bei den Proben zusammen – ein Herzanfall! Truck Branss hatte drei Tage zuvor eine Show im ZDF gestartet, die von der Kritik übel zerrissen wurde – die „ZDF-Hitparade“! „Bild“ titelte deshalb: „Drei Tage nach der Fernseh-Pleite von Truck Branss: Herzanfall! Star-Regisseur brach zusammen. ZDF will Bambi-Show retten“. Dramatisch schilderte „Bild“ die Ereignisse: Am Abend zuvor war Branss noch bester Laune, soll gefeiert haben. Dann am nächsten Tag die BAMBI-Proben. Er klagte über Schwächegefühl und Schmerzen in der Herzgegend. Zehn Minuten später sackte er zusammen. „Der herbeigerufene Arzt gab dem Regisseur sofort eine Spritze. Wolf Dieter Heck (26), der Plattenjockei seiner umstrittenen Hitparade, der auch in der Bambi-Show wieder die Ansage übernimmt, wich nicht von seinem Bett“, so „Bild“. Wolf Dieter Heck? Plattenjockei? Richtig. Bei dem von „Bild“ als Plattenjockei „Wolf Dieter Heck“ bezeichneten Moderator handelte es sich um niemand anderen als um Dieter Thomas Heck, der mit der „ZDF-Hitparade“ später zur Show-Legende wurde. Der damals 43-Jährige Truck Branss erholte sich übrigens wieder – und die BAMBI-Show mit Weltstar Petula Clark konnte wie geplant ausgestrahlt werden.

Text: Rüdiger Klausmann

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