Verstanden sich prächtig: BAMBI-Sieger Karl Malden und sein deutscher Schauspiel-Kollege Horst Tappert (rechts).
Verstanden sich prächtig: BAMBI-Sieger Karl Malden und sein deutscher Schauspiel-Kollege Horst Tappert (rechts). (c)W.Rabanus

Erstmals wurde ein BAMBI an einen bereits verstorbenen Künstler verliehen. Die Redaktion der BILD UND FUNK gedachte im Januar 1979 bei der BAMBI-Verleihung für das Jahr 1978 des wenige Tage zuvor verstorbenen Sängers, Schauspielers und Entertainers Peter Frankenfeld. Chefredakteur Günter van Waasen: „Er hätte ihn verdient gehabt, denn zur Beliebtheit des Fernsehens hat er wie kein Zweiter beigetragen.“ ZDF-Programmdirektor Dieter Stolte lobte: „Das deutsche Fernsehen ist ohne Frankenfeld nicht denkbar, 25 Jahre hat er seinen Weg begleitet.“ Der BAMBI wurde Frankenfelds Witwe Lonny Frankenfeld übergeben.

Absoluter Höhepunkt der 31. BAMBI-Verleihung in der bereits traditionellen Umgebung des Münchner Hotels „Bayrischer Hof“ war Weltstar Karl Malden, ausgezeichnet für „Die Straßen von San Francisco“. Malden war gerührt: „Es ist schön, eine Auszeichnung im eigenen Land zu bekommen. Aber bei Ihnen in Deutschland – das ist überwältigend. Und dann noch im wundervollen München mit all diesen wundervollen Leuten“, schwärmte der Mann mit der markanten „Knubbelnase“. Nach der Verleihung hatte Malden Gelegenheit zum Fachsimpeln mit BAMBI-Preisträger Horst Tappert. „Kommissar Derrick“ führte Malden auch gleich ab – zu Weißwurst und Bier. Maldens Landsmann Alex Haley („Roots“) war völlig hin und weg von der goldigen BAMBI-Moderatorin Carolin Reiber: „Die würde ich am liebsten mitnehmen. So was Charmantes gibt es am ganzen US-Fernsehen nicht!“ Am ehrlichsten freute sich die Fernsehentdeckung des Jahres, Ursula Monn („Ein Mann will nach oben“), über ihr goldenes Reh: „Eine tolle Überraschung. Ich freue mich irre“, so Monn, die sich anschließend mit einem Gedicht in bayerischer Mundart bedankte.

Anknüpfend an die berühmten „Film-Reden“ von Senator Franz Burda hielt BILD UND FUNK-Chefredakteur van Waasen eine „Fernseh-Rede“ und äußerte drei Wünsche an alle Fernsehmacher. „Als Erstes steht der Wunsch nach einem Programm-Schema, das auf die Frühaufsteher Rücksicht nimmt und sie nicht in Versuchung bringt, bis spät in die Nacht vor dem Bildschirm zu sitzen“, so van Waasen. Sein zweiter Wunsch: Mehr Verständnis für die Gruppe der potenziellen Fernsehzuschauer zwischen 14 und 18. Und als Drittes appellierte er an alle Programmmacher: „Erinnert euch bitte wieder an die guten, alten journalistischen Tugenden – und vergesst nicht, dass es mal Leute gegeben haben soll, denen Fernsehen Spaß gemacht hat und die mit Spaß Fernsehen gemacht haben.“

Text: Rüdiger Klausmann

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