Siegerlächeln: BAMBI-Preisträger Tom Jones (2. von links) und BAMBI-Preisträgerin Sandra Bullock (Zweite von rechts, zusammen mit dem deutschen Popstar Sasha).
Siegerlächeln: BAMBI-Preisträger Tom Jones (2. von links) und BAMBI-Preisträgerin Sandra Bullock (Zweite von rechts, zusammen mit dem deutschen Popstar Sasha).

BAMBI 2000 – die erste Medienpreisverleihung im neuen Jahrtausend fand vor 1000 geladenen Gästen (und 5,92 Millionen Fernsehzuschauern bei der Aufzeichnung) im „Estrel Convention Center“ in Berlin-Neukölln statt. Verleger Hubert Burda gab den Startschuss für die Jahrhundert- BAMBIS und die „faszinierende Auswahl einzigartiger Menschen“. Burda freute sich auf „das Lächeln der Sieger“. Kraftvoll startete die Show mit Tom Jones, der sich singend und hüftkreisend für den „Comeback-BAMBI“ bedankte. Ihm in nichts nachstehen wollte Sängerin Jennifer Lopez, die für ihren weltweiten Erfolg ein goldenes Reh vom deutschen Popstar Sasha erhielt. Dieser kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: „Sie ist eine Kanone, singt, filmt, tanzt. Nenne mir eine Deutsche, die das kann.“

Die 52. BAMBI-Verleihung in Berlin wurde von Sabine Christiansen moderiert (die auch den Tränen nahe von Guido Westerwelle einen BAMBI für ihren Sonntags-Talk entgegennahm). In insgesamt 15 Kategorien wurden die goldenen Rehe im Jahr 2000 vergeben. Ausgezeichnet wurden neben Jones, Christiansen und Lopez auch die deutschstämmige Hollywoodschauspielerin Sandra Bullock („Film international“) und der serbische Politiker Zoran Djindjic für seine Rolle als „Manager des gewaltlosen Machtwechsels in Serbien“. Patin für Djindjic war übrigens die heutige Kanzlerin Angela Merkel. Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer wurde für seine erfolgreiche Kampagne für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gewürdigt. Verliehen bekam Beckenbauer den BAMBI von Tennis-Star Boris Becker – vier Tage nach dessen Trennung von seiner Frau Barbara. Der Ex-Tennisstar trat damit beim BAMBI 2000 erstmals als Single in der Öffentlichkeit auf. Pikant: Auch die Rapperin Sabrina Setlur, die als Geliebte Beckers in die Schlagzeilen geriet, gehörte zur Jahrtausendwende zu den BAMBI-Paten, die das goldene Rehkitz Tom Jones übergeben durfte.

Weitere Preisträger: Bergsteiger- Legende Reinhold Messner erhielt einen BAMBI für sein Lebenswerk, die Weitspringerin Heike Drechsler für ihren Sieg bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Die Popgruppe „Echt“ siegte in der Kategorie „Pop national“, im Bereich Mode erhielten die Chefs des Design-Hauses Escada, Wolfgang Ley und Brian Rennie, eine der begehrten Auszeichnungen. Und der Fernseh-BAMBI ging an John de Mol, den Vater der umstrittenen Show „Big Brother“. Ihren ersten Preis erhielt übrigens die aus Südafrika stammende Schauspielerin Charlize Theron (BAMBI „Shooting-Star“) – vier Jahre später kamen für den Film „Monster“ der „Golden Globe“ und der „Oscar“ dazu! Erstmals konnte übrigens im Jahr 2000 das Publikum per Ted und Internet über einen BAMBI-Gewinner entscheiden. In der Kategorie „Bestes Boulevard-Magazin“ standen zur Auswahl: „Blitz“ (Sat.1), „Brisant“ (ARD), „Exclusiv“ (RTL), „Leute heute“ (ZDF) und „Taff“ (ProSieben). Es siegte „Brisant“.

Brisant war aus heutiger Sicht auch der BAMBI in der Kategorie Wirtschaft. Er wurde von Post-Werbeträger Christoph Gottschalk (dem Bruder von Thomas Gottschalk) an Klaus Zumwinkel überreicht. Grund: die spektakuläre Sanierung der Deutschen Post. Heute würde Klaus Zumwinkel bestimmt keinen BAMBI als Manager des Jahres mehr erhalten. Höchstens als prominenter Steuerhinterzieher – schließlich musste er im Februar dieses Jahres als Post-Chef zurücktreten, weil die Bochumer Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen „Steuerhinterziehung und andere Straftaten“ ermittelte und vor wenigen Tagen Anklage erhob. Die Ermittlungen gegen Zumwinkel waren der Auslöser der bisher größten Steueraffäre in Deutschland.

Text: Rüdiger Klausmann

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