Günther Jauch, Top-Model Nadja Auermann und der "Tüten-Mann" Thomas Gottschalk, der vier BAMBIS mit nach Hause nehmen konnte.
Günther Jauch, Top-Model Nadja Auermann und der „Tüten-Mann“ Thomas Gottschalk, der vier BAMBIS mit nach Hause nehmen konnte.

Es war die Versöhnung des Jahres, die schönste Re(h)tourkutsche in der BAMBI-Geschichte. Rückblende: 13 Jahre war es 2001 her, dass Thomas Gottschalk der Kragen platzte. Die BUNTE titulierte ihn – warum, weiß heute niemand mehr – als „Sausack“. Das war zu viel für den Moderator – er packte seine drei BAMBIS (Sieger 1983, 1984 und 1987) in eine Plastiktüte und gab sie beim Burda-Pförtner ab. Preise von einem Verlag bei sich zu Hause zu haben, der ihn als „Sausack“ bezeichnen lässt – nein, das wollte Gottschalk nicht. 13 Jahre schmollte der große Blonde, dann kam 2001 die perfekt inszenierte Versöhnung. Gottschalk, der eigentlich nur Günther Jauch ehren sollte, wurde von seinem Freund und Show-Kollegen völlig überraschend mit dem „Sonder-BAMBI“ ausgezeichnet. Damit nicht genug: Jauch hatte auch noch genau die Plastiktüte mit allen drei „alten“ BAMBI dabei, die Gottschalk vor 13 Jahren aus Groll zurückgegeben hatte! Der Produzent der BAMBI- Show (erstmals wurde BAMBI in der ARD nicht aufgezeichnet, sondern live übertragen), der Oberkircher Werner Kimmig, schmunzelt, wenn er an diese BAMBI-Übergabe zurückdenkt. War es wirklich dieselbe Tüte, die Gottschalk damals benutzte, um seine BAMBIS zurückzugeben? „Wir haben lange suchen müssen, bis wir dieselbe Tüte gefunden haben“, lacht Kimmig im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse, um dann einzuräumen, dass es „natürlich nicht dieselbe Tüte war. Aber die gleiche Tüte haben wir tatsächlich aufgetrieben.“

Im Jahr der Terroranschläge des 11. Septembers ging es bei BAMBI 2001 oft auch sehr leise und nachdenklich zu. Als Filmstar Marisa Berenson an ihre Schwester Berry erinnerte, die bei dem Flugzeugattentat ums Leben kam, war jeder im Saal des Berliner „Estrel“-Hotels zu Tränen gerührt. Nachdenklich stimmte auch die Verleihung des wichtigsten BAMBIS des Abends an die Ärzte-Initiative „Interplast“ und die Münchner Krankenschwester Karla Schefter. Sie erhielten gemeinsam den Wohltätigkeits-BAMBI 2001. Damit würdigte Burda auch das Engagement des Münchner Chirurgen Heinrich Schoeneich, der seit Jahren nach Afghanistan reist, um mit chirurgischen Eingriffen Kriegs- und Unfallopfern zu helfen. Beeindruckend auch der „Held von New York“, Bürgermeister Rudolph Giuliani, dem Topmodel Heidi Klum den BAMBI in seinem Amtssitz überreicht hatte, weil er nicht nach Berlin fliegen konnte. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit bedauerte dies sehr: „Schade, ihn hätte ich gerne getroffen. Er ist der wunderbarste Kollege, den ich in der Welt habe.“

Zu Tränen gerührt war auch Sabine Christiansen, als sie den Publikums-BAMBI (sie schlug dabei Sandra Maischberger, Reinhold Beckmann und Johannes B. Kerner) entgegennehmen durfte: „Ich danke allen, die mir in den letzten Wochen viel Sympathie entgegengebracht haben“, schluchzte sie. Hintergrund: Ihr Ehemann Theo Baltz war kurz zuvor mit Christiansens bester Freundin, der Moderatorin Ulla Kock am Brink, durchgebrannt. In der BAMBI-Kategorie „Film National“ trafen zwei Komikergenerationen aufeinander. Michael „Bully“ Herbig bekam von Otto Waalkes den BAMBI für seinen Kinohit „Der Schuh des Manitu“ überreicht. Herbig, der den Besucherrekord des bisherigen Publikumslieblings „Otto – Der Film“ einstellte, bezeichnete Otto als das Idol seiner Kinderjahre: Im Alter von zwölf Jahren habe er in der Badewanne Otto imitiert, so Herbig.

Hildegard Knef wurde für ihr Lebenswerk ebenfalls mit einem BAMBI geehrt. Sie musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen ihren Auftritt in Berlin absagen. Schlagersänger Udo Jürgens sang ihr ein eigens komponiertes Lied vor Millionen Fernsehzuschauern. Die Prominenz zeigte sich beeindruckt und spendete stehend Beifall. „Kannst du dir vorstellen, was geschehen wäre, wenn du heute Abend selber auf die Bühne gekommen wärest“, fragte Jürgens an Hildegard Knef gewandt. Und die bedankte sich am nächsten Tag schriftlich bei BUNTE: „Ich bin zutiefst gerührt über den brillanten Showteil, den Sie mir gestern Abend gewidmet haben. Meinen innigsten Dank.“ Und dann war da noch die schwangere Verona Feldbusch. Sie kündigte angesichts des BAMBIS für die „Karriere des Jahres“ für das Jahr 2002 ein Bambino an. Ihr damaliger Verlobter Franjo Pooth freute sich sichtlich…

Text: Rüdiger Klausmann
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