Erste Bambi-Gala: O.W. Fischer (rechts) nahm BAMBI aus den Händen von "Film-Revue"-Verleger Karl Fritz entgegen
Erste Bambi-Gala: O.W. Fischer (rechts) nahm BAMBI aus den Händen von „Film-Revue“-Verleger Karl Fritz entgegen (c)Hubert Burda Media

Endlich. BAMBI hatte es geschafft. Für das Jahr 1954 wurde der Filmpreis erstmals während einer großen Gala vor hunderten Prominenten im Badischen Staatstheater Karlsruhe verliehen. Der Verleger der „Film-Revue“, Karl Fritz, hatte eingeladen – und alle Stars kamen zum BAMBI-Fest: unter anderem Joachim Fuchsberger, Sonja Ziemann, Karlheinz Böhm, Franco Andrei, Winnie Marcus, Erwin Strahl und Ruth Niehaus. Sie alle feierten die BAMBI-Sieger O.W. Fischer und Maria Schell, deren Filme bei der Gala in Ausschnitten gezeigt wurden.

Fischer siegte vor Rudolf Prack und Adrian Hoven, Schell verwies Ruth Leuwerik und Sonja Ziemann auf die Plätze. Maria Schell hielt eine sehr grundsätzliche und pathetische Dankesrede, in der sie daran erinnerte, dass „wir Schauspieler alle einzig aus dem Wunsch leben, unseren Aufgaben und Erwartungen gerecht zu werden und dass wir gemeinsam die Verantwortung dafür tragen, unserem deutschen Film wieder die Geltung zu erarbeiten, die wir uns so sehr für ihn wünschen.“ O.W. Fischer war fast sprachlos und stammelte bei der Verleihung: „Es bleibt mir an sich nichts, als schamhaft zu erröten und zu schweigen.“ Dann ein deutliches Bekenntnis: „Deutschland ist meine Wahlheimat geworden, die deutsche Kunst meine dauernde Bleibe.“ Auch der Karlsruher Oberbürgermeister Günther Klotz sonnte sich im Licht der BAMBI-Sieger und überreichte Fischer und Schell silberne Schmuck-Kassetten mit dem Stadtwappen als Gravour. Außerdem verkündete er stolz: „Die BAMBI-Feier soll ein Traditionsfest der Stadt Karlsruhe werden.“

Nach der offiziellen BAMBI-Feier zeigte sich das Traumpaar O.W. Fischer und Maria Schell trotz heftigen Schneetreibens auf dem Balkon des Staatstheaters noch den tausenden Fans, die geduldig ausgeharrt hatten, um einen Blick auf ihre Stars werfen zu können. Einziger Wermutstropfen der ersten BAMBI-Gala war die Absage der ausländischen Sieger. Jean Marais, der vor Gregory Peck und Franco Andrei gewann, musste in Paris Theater spielen und bedankte sich per Brief. Ingrid Bergman – zum vierten Mal hintereinander Siegerin vor Ulla Jacobsson und Audrey Hepburn – hatte Verpflichtungen an der Stockholmer Oper. Auch sie bedankte sich schriftlich: „All diese letzten Jahre sind mir aus Deutschland so viele Zeichen persönlicher Zuneigung und Liebe für mich zugegangen, dass ich oft beinahe beschämt war.“ Neben den Schauspiel-Stars wurden auch wieder die künstlerisch wertvollsten Filme des Jahres 1954 mit einem BAMBI gewürdigt: „08/15“, „Verdammt in alle Ewigkeit“, „Die Faust im Nacken“ und „Die letzte Brücke“.

Text: Rüdiger Klausmann

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