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Prinzessin kämpft gegen Alzheimer

Kampf gegen Alzheimer: BAMBI-Siegerin Prinzessin Yasmin Aga Khan mit Laudatorin Hannelore Kohl und Moderator Dieter Kronzucker.

Kampf gegen Alzheimer: BAMBI-Siegerin Prinzessin Yasmin Aga Khan mit Laudatorin Hannelore Kohl und Moderator Dieter Kronzucker.

Manchmal stimmt die Nachricht, einen BAMBI zu erhalten, auch traurig. 1986 war dies bei Prinzessin Yasmin Aga Khan der Fall. Hatte doch der „Ehren-BAMBI“, ihre erste persönliche Auszeichnung, mit dem grausamen Schicksal ihrer Mutter Rita Hayworth zu tun. Doch für den Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit trat die Prinzessin – ausnahmsweise – einmal gern ins Rampenlicht: „Es kann gar nicht genug für die Aufklärung über dieses Leiden getan werden.“ Den Ehren-BAMBI überreichte auf der Bühne des Münchner Arri-Kinos die Preisträgerin des Vorjahres, Hannelore Kohl. Herzlich umarmte Kohl die Königliche Hoheit und sorgte damit für einen der Höhepunkte der BAMBI-Verleihung 1986.

Danach ging es etwas fröhlicher weiter und die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wurden samt Teamchef Franz Beckenbauer mit dem BAMBI für die Vize-Weltmeisterschaft in Mexiko geehrt. Laudator Fritz Walter sagte: „Franz, du hast es geschafft, wieder eine Mannschaft zu formen, die stolz auf das deutsche Trikot ist.“ Vergessen war offensichtlich die „Suppenkasper“-Episode, als Beckenbauer Nationaltorwart Uli Stein nach Hause schickte. Doch Beckenbauer erhielt nicht nur einen BAMBI – er verlieh auch den „BAMBI für das Lebenswerk“ an „Beatle“ Paul McCartney. Zusammen mit seiner Frau Linda ließ sich McCartney von den 450 geladenen Kino-Gästen feiern. Lange blieb der erfolgreichste Komponist der Pop-Ära aber nicht in München. Um 22 Uhr startete bereits wieder sein Jet nach London. Bevor er abheben konnte, musste er sich noch den Weg durch die wild gewordenen Fans bahnen, die sich einander die Jacken zerrissen und die Gesichter zerkratzten. McCartney sah es entspannt-resigniert: „That’s my life“ – „So ist mein Leben.“

Ein 11-jähriges Mädchen hatte dagegen gar keine Probleme, an ihre gewünschten Autogramme zu kommen. Glücklich marschierte sie von Fußballnationalspieler zu Fußballnationalspieler, ohne behindert zu werden. Der Grund: Die 11-Jährige war Ehrengast und erhielt selbst einen BAMBI. Ihr Name: Radost Bokel, die als kleine „Momo“ Millionen von Kinobesuchern verzauberte. Eine weitere Kinoentdeckung: Regisseurin Doris Dörrie, die den BAMBI als „Frau des Jahres“ für den Film des Jahres erhielt, die Komödie „Männer“. Passend dazu der „Mann des Jahres“: Robert Gale, amerikanischer Chirurg. Gale erhielt den BAMBI, weil er 24 Strahlenopfern der Atomkatastrophe im russischen Tschernobyl das Leben rettete. „Dr. Robert Gale und seine Mitarbeiter haben eindrucksvoll bewiesen, dass West und Ost, dass Amerikaner und Sowjets Hand in Hand arbeiten können“, hieß es in der Begründung der BAMBI-Jury.

Und ein späterer Skandal-Poliker erhielt 1986 auch einen BAMBI: Uwe Barschel, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Zusammen mit Pianist Justus Frantz sei ihm mit der Etablierung des ersten Schleswig-Holstein-Musik- Festivals „ein kleines Wunder gelungen.“ Knapp elf Monate nach dieser Ehrung fand man Barschel tot in der Badewanne des Genfer Hotels „Beau-Rivage“ auf. Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Vorausgegangen war die sogenannte „Barschel-Affäre“, die Bespitzelung seines Kontrahenten bei der Landtagswahl 1987, Björn Engholm (SPD).

Text: Rüdiger Klausmann

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