Björn Engholm (rechts, SPD) überreichte dem Offenburger CDU-Politiker Wolfgang Schäuble den BAMBI: "Sie sind ein Beispiel an Lebensmut und Tapferkeit."
Björn Engholm (rechts, SPD) überreichte dem Offenburger CDU-Politiker Wolfgang Schäuble den BAMBI: „Sie sind ein Beispiel an Lebensmut und Tapferkeit.“ (c) Hubert Burda Media/Archiv

Die Stars bei der 44. BAMBI-Verleihung mit 600 geladenen Gästen im Kurhaus zu Wiesbaden waren zwei Politiker und eine der größten Schauspielerinnen aller Zeiten. Für alle drei gab es Minuten lange Standing Ovations der prominenten Gäste. Der erste BAMBI-Star war nicht persönlich in Wiesbaden – seine BAMBI-Verleihung sahen die Gäste in Wiesbaden über zwei riesige Monitore: Der Falcon-10-Jet setzt auf. Schnitt. Eine Limousinen-Kolonne gleitet durch die Kälte. Ziel: Das „Weiße Haus“, die Freiheitsfestung des russischen Präsidenten. Schnitt. Eine Tür öffnet sich. Boris Jelzin (61) schreitet auf Verleger Hubert Burda zu und packt mit beiden Händen den goldenen BAMBI. Verleger Hubert Burda: „Ohne die Medien wären die drei Tage des Putsches in Moskau nicht so verlaufen. Der Kommunismus hätte gesiegt. Nur weil die Medien nicht still hielten und Boris Jelzin sich der Unterstützung der Weltöffentlichkeit sicher war, konnte der Putsch verhindert werden.“ Jelzin: „Ich habe viele Preise, die mit dem Putsch zusammenhängen, abgelehnt, aber bei diesem schönen goldenen BAMBI konnte ich nicht nein sagen. Er wird im russischen Museum stehen.“ Schnitt. Auch wenn es Jelzin nicht sehen konnte – die Menschen im Saal erhoben sich und klatschten minutenlang Beifall.

Eine Szene, die sich kurz danach wiederholte, als Hollywood-Legende Audrey Hepburn die Bühne betrat um den „Charity-BAMBI“ entgegenzunehmen. Maximilian Schell überreichte ihr das goldene Reh und Hepburn bedankte sich mit klarer, eindringlicher Stimme: „Wir können unsere Augen nicht länger verschließen vor der Not der Kinder dieser Welt.“ Die Unicef-Botschafterin hatte Tränen in den Augen, als ihr ein Scheck über 1,81 Millionen Mark (Spenden von Lesern der Burda-Zeitung SUPER und den Gästen der BAMBI-Gala) überreicht wurde: „Wenn da jemand nicht an Wunder glaubt – hier ist es.“ Held Nummer drei in der Wiesbadener BAMBI-Nacht: Ex- Bundesinnenminister und neuer CDU/CSU-Fraktionschef Wolfgang Schäuble. Der Architekt der deutschen Einheit war am 12. Oktober 1990 bei einem Attentat während einer Wahlkampfveranstaltung in der Gaststätte „Brauerei Bruder“ in Oppenau von einem psychisch kranken Mann niedergeschossen worden und kämpfte sich im Rollstuhl ins (politische) Leben zurück. Fünf Minuten klatschten 650 VIPs, als SPD-Chef Björn Engholm Schäuble den „Ehren-BAMBI“ für „seinen politischen Weitblick und seinen vorbildlichen Mut“ überreichte. Engholm in seiner Laudatio: „Schäuble ist ein Beispiel an Lebensmut und Tapferkeit.“ Schmunzelnd blickte Schäuble den politischen Konkurrenten an und sagte: „Hoffentlich ist Ihnen die Laudatio nicht schwer gefallen…“ Model Claudia Schiffer (BAMBI-Shooting-Star) flüsterte im Saal: „Was für ein Mann. Was für ein Mann.“ Und Tränen der Rührung flossen. Später ging Schiffer auf Schäuble zu und gratulierte ihm: „Ich verstehe nicht viel von Politik. Aber was Sie geleistet haben, ist einfach toll.“

Die restlichen Preisträger 1991 standen eindeutig im Schatten von Schäuble, Jelzin und Hepburn. Jung-Star Hape Kerkeling (bester TV-Moderator, »Total Normal«) war es egal. Er freute sich riesig, als ihm Frank Elstner das goldene Reh überreichte. Freudentränen auch bei Heike Henkel (BAMBI Sport), Patricia Kaas (Pop-BAMBI) und Patrick Lindner (Volksmusik-BAMBI). Besonderer Gag bei Siegfried & Roy (Entertainment-BAMBI): Den Zauberkünstlern wurde ein echtes, lebendiges Reh auf die Bühne gezaubert!

Text: Rüdiger Klausmann

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