60. BAMBI-Verleihung in Offenburg: Glamouröser Ausnahmezustand
60. BAMBI-Verleihung in Offenburg: Glamouröser Ausnahmezustand

Wenn Hubert Burda an die BAMBI-Jubiläumsgala in seiner Heimatstadt Offenburg denkt, dann leuchten seine Augen: „Ein einzigartiges Erlebnis“. Der Verleger erinnert sich: „BAMBI 2008 war etwas ganz Besonderes. Einer der Höhepunkte meines Lebens war, als meine beiden Eltern auf das Hochhaus projiziert wurden. Ich habe mir das zusammen mit meinem Bruder Franz angeschaut. Wir hatten beide Tränen in den Augen und das Gefühl einer tiefen Dankbarkeit für das, was man vererbt bekommen hat. Dieses Bild wird mir nie mehr aus dem Kopf gehen.“ Die sechzigste BAMBI-Verleihung hat nicht nur bei Hubert Burda unvergessene Eindrücke hinterlassen, auch die Menschen in seiner badischen Heimat werden sich noch in Jahren an eine Veranstaltung der Superlative erinnern. Nie waren mehr Prominente in der seit Wochen mit „Wir-sind-BAMBI“-Motiven plakatierten 60 000-Einwohner-Stadt am Oberrhein. Und nie wurde eine BAMBI-Verleihung volksnäher gefeiert als 2008.

Bereits am Nachmittag drängten sich rund 4000 Schaulustige (manche nahmen eine Wartezeit von über fünf Stunden in Kauf, um einen guten Platz zu ergattern) vor dem Offenburger Rathaus, um zwölf BAMBI-Gäste hautnah erleben zu können. Und sie wurden nicht enttäuscht. Verona Pooth, Kai Pflaume, Claudia Cardinale, Uschi Glas oder auch BAMBI-Moderator Harald Schmidt ließen sich fotografieren und schrieben unzählige Autogramme. Besonders gefeiert wurde Sängerin Mireille Mathieu. Vom Rathausbalkon winkte sie den Menschen zu – so wie 21 Jahre zuvor, als die BAMBI-Verleihung erstmals in Offenburg stattfand. Doch für alle Offenburger war der Höhepunkt dieses „Volks-BAMBIs“, als die Verlegerfamilie Burda sich auf dem Balkon zeigte. Ein ausgelassener Hubert Burda präsentierte sich an diesem „persönlichen Feiertag“ im besten Offenburger Dialekt, um danach das Badnerlied anzustimmen. Mit im Chor dabei: Ehefrau Maria Furtwängler, die danach auch ihr Bad in der Menge genoss, Sohn Jacob, BUNTE-Chefin Patricia Riekel, Focus-Chefredakteur Helmut Markwort und Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner.

Einige Stunden später spielten sich vor der Oberrheinhalle in Sichtweite des Burda-Media-Towers ähnliche Begeisterungsszenen ab. Hunderte bejubelten vor dem roten Teppich die Ankunft der BAMBI-Stars. Dutzende Sicherheitsleute mussten die begeisterten Fans, die teilweise über vier Stunden vor den Absperrgittern ausgeharrt hatten, im Zaum halten. Doch der Jubel war groß, als Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, der auf der Gala mit einem Sonder-BAMBI geehrt wurde, als einer der ersten Top-Prominenten von Gastgeber Hubert Burda begrüßt wurde.

Danach ging es Schlag auf Schlag: Schauspielerin Meg Ryan (BAMBI Schauspielerin international), wieder mit der Kurzhaarfrisur und dem schüchternen Kleinmädchenlächeln, das sie zu einem der beliebtesten Hollywoodstars werden ließ, und ihr Kollege Keanu Reeves (Bambi Schauspieler international) badeten im Jubel der Fans. Auch Popstar Pink, am Tag zuvor noch ungehalten über eine verpatzte Probe, zeigte sich gut gelaunt. Einzig Pop-Prinzessin Britney Spears, die während der Gala von Modezar Karl Lagerfeld einen BAMBI übereicht bekam, sorgte für Unmut: Sie verweigerte den Gang über den roten Teppich. BAMBI-Produzent Werner Kimmig verriet nach der Gala, dass dies nichts mit der Arroganz eines Superstars zu tun hatte: „Britney Spears hatte geplant, über den roten Teppich zu gehen. Aber dann wollte sie unbedingt am Nachmittag eine weitere, zweite Probe absolvieren. Sie ist eine absolute Perfektionistin. Diese Probe war erst um halb sechs fertig. Und deshalb ist Britney Spears einfach in der Halle geblieben und hat auf den Gang über den roten Teppich verzichtet.“ Und die Probe von Spears lohnte sich – in schwarzen Hotpants zelebrierte sie mit einer aufwändigen Tanzshow ihren Song „Womanizer“. Völlig außer Puste nahm sie ihren BAMBI entgegen und hatte für Laudator Karl Lagerfeld nur ein leicht gehauchtes „Thank you“ übrig.

Wesentlich wort- und tränenreicher nahmen dagegen die anderen Preisträger ihr goldenes Reh entgegen. „Ein Kindheitstraum geht für mich in Erfüllung. Als Kind habe ich die BAMBI-Verleihungen gesehen. Ich wollte immer auch mal dabei sein“, schluchzte Schauspielerin Christine Neubauer. Und als Schwimmstar Franziska van Almsick die Laudatio für Matthias Steiner sprach, den Olympiasieger im Gewichtheben, der vor den Olympischen Spielen seine Frau bei einem Autounfall verlor, flossen bei der BAMBI-Prominenz im Saal die Tränen. Auch der stärkste Mann der Welt blieb davon nicht unbeeindruckt: „Ich bin total ergriffen. Ich dachte nicht, dass dies so ergreifend wird.“ Höhepunkt der Gala war der Auftritt von Hardy Krüger. Der 80-jährige Schauspieler wurde für sein Lebenswerk geehrt. Eine Ehre, die ihm gar nicht so recht war, schließlich wollte er auch seinen 80. Geburtstag nicht feiern. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, gab er sich wortkarg. „Vielleicht: Der Glückspilz aus Berlin bedankt sich für viele Jahre Zuneigung.“ Stille im Publikum. Ein ganz besonderer BAMBI-Moment.

Zwei Stunden nach dieser emotionalen Jubiläums- BAMBI-Gala in der Offenburger Ortenauhalle zeigte sich die Schauspielerin und „Tatort“-Kommissarin Maria Furtwängler auf der After-Show-Party noch immer aufgewühlt von den vielen Eindrücken. „Der anrührendste Moment war für mich die Auszeichnung von ,Bärenherz’. Es ist absolut beispielhaft, was diese Organisation für Kinder und Eltern leistet“, so Furtwängler. Die Ehefrau von Verleger Hubert Burda sah „eine Aneinanderreihung von Höhepunkten« und einen »Harald Schmidt, der glänzend moderierte.“ Und eine Botschaft lag Maria Furtwängler auch weit nach Mitternacht besonders am Herzen: „BAMBI in Offenburg war einzigartig. Eigentlich hätte Offenburg heute Abend einen BAMBI verdient. Ein Empfang, eine Warmherzigkeit, eine Freude – das war ganz toll.“

Text: Rüdiger Klausmann

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