Margaret Lockwood erhielt den Bambi 1949
Margaret Lockwood erhielt den Bambi 1949 (c) J.A. Rank Org./Film und mode Revue
Nachdem die vierjährige Tochter der ersten Preisträgerin Marika Rökk den bis dahin namenslosen Filmpreis zum BAMBI machte, suchte die Baden-Badener „Film- und Mode-Revue“ 1949 bereits die BAMBI-Sieger. 21.000 Leser beteiligten sich an der Wahl zu Deutschlands beliebtesten Filmstars. Die Zeitschrift lobte ihre Leser für diese hohe Zahl von Zuschriften und verkündete, dass der BAMBI „schon zu einem Begriff geworden ist und langsam beginnt, auch Tradition zu werden.“ In der Kategorie „Beliebteste Schauspielerin“ gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Margaret Lockwood mit 15,4 Prozent der Stimmen knapp vor Hilde Krahl (15,1 Prozent) und Vorjahressiegerin Marika Rökk (14,7 Prozent) gewann.Die BAMBI-Übergabe war für den Redakteur der „Film- und Mode-Revue“ aber ein schwieriges Unterfangen. Wie er in der Zeitschrift berichtete, musste er Lockwood hinterher reisen, da die Schauspielerin auf Theatertournee durch ganz England war. In Blackpool erwischte er die beliebteste Schauspielerin der Deutschen, um ihr in der Pause zwischen Nachmittags- und Abendvorstellung das Keramik-Reh zu überreichen. Diese war begeistert: „Ich hatte das Glück, bisher drei englische und zwei kanadische Filmpreise zu gewinnen, aber der BAMBI ist, finde ich, the most attractive, der netteste von allen. Ich werde ihn immer wie ein Kleinod hüten. Schon im vergangenen Jahr, als Stewart Granger den BAMBI erhielt, freute ich mich an dem Preis.“
Stewart Granger hätte beinahe auch den BAMBI 1949 erhalten. Doch Rudolf Prack verwies den ersten BAMBI-Sieger mit knapp sieben Prozent Vorsprung schließlich deutlich auf Platz zwei. Dritter wurde Hans Söhnker. Die Preisübergabe an Rudolf Prack verlief für Film-Revue-Redakteur Erich Kocian problemlos. Keine weite Reise nach England, nein, eine Reise nach Wien, wo Rudolf Prack kurz vor Weihnachten den Preis in seiner Privatwohnung entgegennahm. Michael Prack, der fünfjährige Sohn des Schauspielers, tobte durch die Wohnung und spiele zwischen den Zimmerpalmen Elefant im Urwald, während sein Vater sich artig bei den Lesern der „Film- und Mode-Revue“ für den BAMBI bedankte: „Das ist wirklich nicht schlecht! Da gehe ich ja mit guten Chancen ins neue Jahr, aber auch mit einer ernsten Verpflichtung, die zu erfüllen ich mir alle Mühe geben werde. Und sagen Sie allen meinen Anhängern, die mir zum BAMBI-Sieg verholfen haben, meinen herzlichen Dank.“ Prack verriet bei der BAMBI-Übergabe zudem, dass er kürzlich ein Angebot aus Hollywood abgelehnt hatte: „Ich würde mich nicht wohlfühlen im Hollywooder Hexenkessel, und so bleibe ich lieber zu Hause.“ Auch wenn die Dankesrede 1949 nur in einem Wiener Wohnzimmer neben einem herumtobenden Fünfjährigen gehalten wurde – die Wortwahl hätte ganz sicher auch zu den modernen BAMBI-Galas der Neuzeit gepasst.
Text Rüdiger Klausmann
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