Ausgezeichnet für sein Lebenswerk: Johannes Heesters mit Verleger Hubert Burda bei der BAMBI-Verleihung 1997.
Ausgezeichnet für sein Lebenswerk: Johannes Heesters mit Verleger Hubert Burda bei der BAMBI-Verleihung 1997.

Harald Schmidt brachte es 2007 in einem Interview mit der Mittelbadischen Presse auf den Punkt. Auf die Frage, ob er sich als mehrfacher Moderator der BAMBI-Gala damit abgefunden hätte, nach 1993 und 1997 keinen weiteren BAMBI in Empfang nehmen zu dürfen, antwortete Schmidt: „Nein. Sie wissen ja, ein drittes BAMBI kann einen ja auch treffen, wenn man das Gefühl hat: ‚Der macht nicht mehr lange.’“ Ähnliches – sicher weniger zynisch als Schmidt – dürfte sich die BAMBI-Jury 1997 gedacht haben, als sie Johannes Heesters, damals 93 Jahre alt, den BAMBI fürs Lebenswerk verliehen. Das Lob der Jury: „Der ewige Bonvivant mit Zylinder und weißem Seidenschal. Unglaubliche Bilanz: 8000-mal auf der Bühne, davon 1600-mal als Graf Danilo in ‚Die lustige Witwe’. ‚Jopi’ hat sich den Charme und die Frische des großen Jungen bewahrt.“

Und Heesters brillierte 1997 bei der BAMBI-Gala im Kölner Congress-Centrum ungeahnt als Prophet: „Mein Lebenswerk ist noch lange nicht beendet.“ Wie wahr. Am 27. November 2008 erhielt Johannes Heesters in Offenburg kurz vor seinem 105. Geburtstag seinen siebten BAMBI. Nicht schlecht für einen Star, der bereits 1997 seinen „Lebenswerk-BAMBI“ erhielt! Heesters neues Ziel: Er will Heinz Rühmann als Rekord- BAMBI-Sieger ablösen. Rühmann hatte insgesamt zwölf Bambis erhalten… Moderatorin der BAMBI-Gala 1997 war Carmen Nebel. Mit den größten Applaus gab es für die beeindruckende Laudatio von Krisenmanager und Bundesminister a. D. Hans-Jürgen Wischnewski, der den Preisträger Heinrich Breloer für seinen TV-Zweiteiler „Todesspiel“ über den RAF-Herbst 1977 ehrte. Standing Ovations gab es neben Heesters auch für Stargast Harrison Ford („Ich bin froh, dass ich heute bei Ihnen sein darf“), der mit dem „BAMBI Film international“ für seinen neuesten Hit „Air Force One“ ausgezeichnet wurde.

Den Pop-BAMBI erhielt Eros Ramazzotti, den Film-BAMBI national Heiner Lauterbach, den Charity-BAMBI die Bundeswehr (für den unermüdlichen Einsatz bei der „Jahrhundert- Flut“) und mit dem Sport-BAMBI wurde damals Tour-Sieger Jan Ullrich ausgezeichnet. In der Laudatio 1997 hieß es: „Der bescheidene Gigant. Lächelnd und souverän gewann Jan Ullrich, 23, aus Rostock, das schwerste Straßenrennen der Welt – die Tour de France – als erster Deutscher. Auf 4000 Kilometern fuhr er jede Menge Sympathie ein.“ Sympathie, die der Doping-Schweiger im Jahr 2008 wieder komplett verspielt hat.

Bleibt der BAMBI für die beste TV-Moderation. Und der ging im Jahr 1997, als Johannes Heesters verfrüht für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, natürlich an den Wahl-Kölner Harald Schmidt. Es war sein zweiter und bislang letzter BAMBI, den er für die „Harald Schmidt Show“ auf Sat1 erhielt. Die BAMBI-Jury lobte: „Er ist der Kult-Star einer neuen Form von Fernseh-Entertainment, und viele halten ihn für besser als David Letterman und Jay Leno: Harald Schmidt, der zynische Wortspieler und ätzende Sprücheklopfer.“

Text: Rüdiger Klausmann

Notice: Undefined index: privacy_opt_in in /var/app/current/wp-content/themes/bambi2018/inc/helper.php on line 251