Wenn ein Reh auf Reisen geht
Das Reh muss wandern, das gehört zu seiner Bestimmung. Und was hat es auf seinen Reisen alles erlebt: Im Zug, auf dem Schiff, im Flieger machte es oft schon den Weg zum kleinen Fest.
BAMBI und die „Fürschtin“: „BAMBI goes Monte Carlo“, hieß es 1970. Im Charter-Jet flogen die Reh-Delegation um Franz Burda, die Preisträger und natürlich die Goldkitze zur exklusiven Preisverleihung in den Fürstenstaat. Als Ehrengast war Grazia Patricia geladen – und die „Fürschtin“, wie der Senator sie begrüßte, war begeistert. Nicht nur vom Reh, sondern auch vom Badener Burda: „Der Senator erinnert mich so an meinen Vater“, soll sie verraten haben, und wich angeblich den ganzen Abend nicht von seiner Seite.
BAMBI fährt Zug: In München stiegen 1971 alle Preisträger in den „BAMBI-Express“ mit Ziel Salzburg. Die Fahrt mit Stationen in Rosenheim, Prien und Traunstein wurde zum waschechten Volksfest: In Rosenheim wurde der Zug mit seinen prominenten Insassen von Fans regelrecht belagert. In Prien gerieten Autogrammjäger und Absperrpersonal aneinander und die Stars konnten kaum zum Abteil zurückkehren. „Kinder, diese Fahrt ist eine Strapaze, aber die Schönste, die man sich denken kann“, erklärte Roy Black. Im BAMBI-Sonderzug ging es auch 1987 heiß her: Während die Prominenten sich auf der Fahrt nach Offenburg bestens unterhielten, fönte und legte Star-Coiffeur Gerhard Meir Frisuren in topmodische 80ies-Form.
Ein Reh auf hoher (Boden-)See: 1972 wurde der Anker gelichtet und BAMBI bestieg einen festlich geschmückten Bodenseedampfer. Auf dem „BAMBI-Shuttle“ ging es für die illustren Gäste quer über den Bodensee bis zur Insel Mainau, wo Graf Lennart Bernadotte von Wisborg seine edlen Schlossräume für die Preisträger öffnete. So kam das goldene Reh zum ersten Mal auf die Insel. „Mutter der Nation“, Inge Meysel, war für jeden Spaß zu haben und ließ sich von der einheimischen Narrengilde mit Bart, roter Mütze und grüner Gärtnermütze ausstaffieren. Auf der Blumeninsel Mainau wurde sie zum „Gartenzwerg ehrenhalber“ ernannt.
BAMBI – ein Wintermärchen: Als echter Jetsetter besann sich Bambi 1973 auf die Idylle der Natur und lud zu einem Wintertraum im bayerischen Ruhpolding ein. Die Preisträger wurden mit prächtigen Pferdeschlitten abgeholt und erlebten eine Schlittenpartie durch den Winterwald bis zur gemütlichen Schwarzachenalm in den Bergen. Dort wurde in bayerisch-uriger Atmosphäre zünftig gefeiert.
Im noblen Nachtclub: 1980 machte das goldene Reh die Nacht zum Tag. Die BAMBI-Verleihung fand in einem Münchner Luxus-Club statt – das gab es noch nie! Und auch eine weitere Premiere sorgte für Aufsehen: In diesem Jahr liefen während der Verleihung zum ersten Mal kurze Video-Ausschnitte, die zeigten, warum der Beste unter den Nominierten ausgezeichnet wurde.
Großer Bahnhof für BAMBI: Dass BAMBI sehr gerne Zug fährt, hatte es schon früher bewiesen. Doch solch einen großen Bahnhof wie 1995 in München hatte es für das reisende Reh noch nie gegeben - der Ort der Preisverleihung war die Schalterhalle des Hauptbahnhofs! In der Rekordzeit von nur vier Stunden wurden 700 Quadratmeter edlen blauen Teppichs verlegt. Dazu kamen noch sieben Großraumheizungen, die wegen des überraschenden Kälteeinbruchs installiert wurden.




