"Danke. Danke. Danke": Gustav Knuth bedankte sich kurz für den ersten Fernseh-Bambi
„Danke. Danke. Danke“: Gustav Knuth bedankte sich kurz für den ersten Fernseh-Bambi (c)Axel Arens/BUNTE

Dass der deutsche Film in einer tiefen Krise steckt, hatte der Offenburger Verleger Franz Burda schon 1964 in seiner bewusst provokanten BAMBI-Rede deutlich zum Ausdruck gebracht. Und die Krise des deutschen Films ging auch an BAMBI nicht spurlos vorbei. Jahr für Jahr die gleichen Gesichter, die ein goldenes Reh in Empfang nahmen. Auch das Interesse der Zeitschriftenleser sich an der Wahl zu beteiligen, schrumpfte von über 160 000 Ende der fünfziger Jahre auf rund 50 000 im Jahr 1966. Außerdem druckte die wachsende Popularität des Fernsehens den Kinofilm in die Ecke. Für die BAMBI-Verantwortlichen bei Burda Grunde genug, das BAMBI-Konzept erneut zu überarbeiten. Das Ergebnis: 1967 wählten die Leser der Fernsehzeitschrift „Bild und Funk“ erstmals die Gewinner zweier „Fernseh-BAMBIS“. Die Film-BAMBIS bestimmten weiterhin die Leser der Burda- Schwesterzeitschrift FREUNDIN. Der Fernseh-BAMBI war 1967 aber noch an eine wichtige Bedingung geknüpft: Er wurde nur in der Kategorie „Fernsehspiel“ verliehen. Theater, Film, Sport und Show waren 1967 noch nicht BAMBI-würdig!

Die Sieger des Fernseh-BAMBIS 1967 hießen Inge Meysel (vor Eva Pflug und Ruth-Maria Kubitschek) und Gustav Knuth (vor Gunther Neutze und Dietmar Schonherr). Die traditionellen Film-Bambis gingen an Senta Berger, Heinz Rühmann, Sophia Loren, Elizabeth Taylor, Richard Burton und Rock Hudson. Die Dauersieger Hudson und Loren konnten im Januar 1968 nicht zur Verleihung nach München reisen. Loren lag krank im Bett, Hudson musste wegen Dreharbeiten absagen. Dennoch musste München nicht auf Weltstar-Glanz verzichten. Liz Taylor und Richard Burton nahmen in den Münchner Studios des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) ihre goldenen Bambis persönlich entgegen. Taylor: „Wir sind stolz auf diese Auszeichnung.“ Besonders freute sich aber Verleger Franz Burda über die Dankesrede des zum sechsten Mal ausgezeichneten Heinz Rühmann: „Nicht vergessen will ich den Dank an ‚Medizinalrat‘ Burda, den guten Onkel Doktor am Bett des kranken Kindes Film.“

Franz Burda hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit leidenschaftlichen und auch umstrittenen Reden für den deutschen Film gekämpft. Auch in diesem Jahr hatte er eine Reformidee mitgebracht: Film und Fernsehen sollten einander ergänzen – zum gemeinsamen Nutzen und zu dem des großen Publikums. Über die Verleihung der ersten Fernsehbambis an Inge Meysel und Gustav Knuth freute sich insbesondere auch der Verlagsleiter der TV-Zeitschrift „Bild und Funk“, Hubert Burda, der mit seiner Ehefrau Christa die Gala besuchte. Joachim Fuchsberger, der Moderator der BAMBI-Verleihung – damals hies das noch Conferencier – , lobte Gustav Knuth: „Seine Persönlichkeit gibt noch Rollen Profil, denen ein Autor keines mehr geben konnte.“ Knuth machte es bei der Dankesrede etwas kurzer. Er stellte sich ans Mikrofon und sagte schlicht: „Danke, danke, danke!“

Text: Rüdiger Klausmann

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