Starparade der Bambi-Sieger in München (v.l.): Lilo Pulver, Elke Sommer, Heinz Rühmann, Gert Fröbe, Marie Versini, Lex Barker, Gustav Knuth und Elisabeth Flickenschildt
Starparade der Bambi-Sieger in München (v.l.): Lilo Pulver, Elke Sommer, Heinz Rühmann, Gert Fröbe, Marie Versini, Lex Barker, Gustav Knuth und Elisabeth Flickenschildt

BAMBI 1966? Wo bleibt Bambi 1965? Einfache Antwort: Die Ehrung fand nicht statt. Stattdessen rief die Burda- Zeitschrift FREUNDIN erst wieder Ende des Jahres 1966 ihre Leser auf, ihre Leinwandlieblinge zu wählen. Die Verleihung selbst wurde aus den Frühlingsmonaten in den Winter verlegt. Am 22. Januar 1967 wurden die BAMBI-Sieger 1966 im Herkules-Saal der Münchner Residenz gekürt. Die BAMBI – Verantwortlichen nutzten das eine Jahr Denkpause dazu, einige Änderungen vorzunehmen. So erhielten die Zweitplatzierten der Leser-Wahl erstmals ein silbernes BAMBI. Außerdem vergab die Redaktion nicht nur BAMBIs für die künstlerisch wertvollsten Filme, für die geschäftlich erfolgreichsten Filme und für „langjährige Verdienste um den deutschen Film“, nein, auch ein BAMBI für „herausragende schauspielerische Leistungen im Jahre 1966“ wurde vergeben. Ohne Leser-Wahl. Offensichtlich hatte die FREUNDIN-Redaktion genug davon, dass die rund 50000 Leser auch 1966 zum x-ten Male Lilo Pulver, Heinz Rühmann und Sophia Loren mit den goldenen BAMBIs belohnten. Die mit dem BAMBI für „herausragende schauspielerische Leistungen 1966“ ausgezeichnete Alexandra Kluge fand sich übrigens in den Top 15 der beliebtesten Schauspielerinnen der FREUNDIN-Leser nicht wieder…

Ein neues Sieger-Gesicht gab es 1966 dann doch: „Winnetou“ Pierre Brice verwies den sechsmaligen Bambi-Sieger Rock Hudson auf den dritten Platz. Zweiter und damit Gewinner des silbernen BAMBI wurde ein alter Bekannter von Winnetou: Old Shatterhand alias Lex Barker. Weitere silberne BAMBIs für zweite Plätze in der Leser- Wahl gingen an Elke Sommer, Gerd Fröbe und Marie Versini, die durch ihre Rolle Nschotschi in „Winnetou 1. Teil“ berühmt wurde. Bei der zweiten BAMBI-Verleihung in München wollte Verleger Franz Burda auch beim Unterhaltungsprogramm erneut nicht sparen und lud die amerikanische Jazzsängerin Ella Fitzgerald sowie ihren Kollegen Duke Ellington ein. Und aus Paris holte er, wie die Münchner „Abendzeitung“ schrieb, „die Nachfolgerin der Piaf, Mireille Mathieu, den ,neuen Spatz von Paris’.“

Text: Rüdiger Klausmann

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