Einzigartige Ausstrahlung und Charisma: Ex-US-Präsident Bill Clinton erhielt 2005 den "Charity"-BAMBI für seinen Kampf gegen Armut und Aids und seinen Einsatz nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe.
Einzigartige Ausstrahlung und Charisma: Ex-US-Präsident Bill Clinton erhielt 2005 den „Charity“-BAMBI für seinen Kampf gegen Armut und Aids und seinen Einsatz nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe.

Mehr als sechs Millionen Fernsehzuschauer und 1200 geladene Gäste erlebten 2005 die 57. BAMBI-Verleihung aus dem Kongresszentrum auf der Münchner Messe. Der große umjubelte Star des Gala-Abends (Moderation: Sky Du Mont, Bettina Zimmermann und Thomas Hermanns) war der amerikanische Ex-Präsident Bill Clinton, der mit einem „Charity“-BAMBI für seinen Kampf gegen Armut und Aids geehrt wurde. „Wir haben die Macht, die Zukunft zu verändern“, sagte Bill Clinton, der den Preis aus den Händen von Hubert Burdas Ehefrau Maria Furtwängler entgegennahm. Burda und seine Frau hatten den amerikanischen Ehrengast bei seiner Ankunft persönlich am roten Teppich abgeholt. Dem charismatischen US-Politiker konnte sich an diesem Abend niemand entziehen – alle Prominenten hingen an Clintons Lippen und FDP-Chef Guido Westerwelle lobte überschwänglich: „Er hat sein Land friedlich und wirtschaftlich erfolgreich geführt. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen.“ Ihren zweiten BAMBI nach 1992 (damals für „Schtonk!“) erhielt die Schauspielerin Veronica Ferres aus den Händen von Legende Mario Adorf. Trotz des bekannten Prozedere hatte Ferres vor Aufregung kalte Hände: „Ich habe 67 Dankesreden geschrieben und jede einzelne meinem Mann vorgetragen. Der hat sie alle schrecklich gefunden. Jetzt folge ich seinem Rat und mache es aus dem Bauch heraus.“

Auch Franz Beckenbauer war 2005 im BAMBI-Fieber. Vier BAMBIS besaß er bereits – ein fünftes kam 2005 hinzu. Das Besondere: Beckenbauer wurde zusammen mit dem größten Fußballer aller Zeiten ausgezeichnet: Pelé. „Kaiser“ Beckenbauer, der die Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschlandgeholt hat, erhielt zusammen mit dem brasilianischen Fußballstar den Millennium-BAMBI, der seit 1948 erst drei Mal verliehen wurde! „Ihr spielerisches Können hat sie zu gefeierten Idolen ihrer Zeit gemacht“, sagte Showmaster Thomas Gottschalk in seiner Laudatio. „Aber wie sie mit ihrer Popularität umgegangen sind und was sie daraus gemacht haben, das hat sie zu Vorbildern einer ganzen Generation gemacht.“ Und der „Kaiser“ wurde in seiner Dankesrede zum Propheten. Mit Blick auf die WM 2006 sagte er: „Darum beneidet uns die ganze Welt. Fußball kann die Stimmung in unserem Land positiv beeinflussen. Im nächsten Jahr geht es uns allen besser. Davon bin ich überzeugt.“ Und wie wir heute wissen – Beckenbauer hatte – wie so oft – recht. Einen weiteren Fußball-BAMBI ging an FIFA-Präsident Joseph Blatter. Er erhielt das Rehkitz für seinen Einsatz, über den Fußball die Verständigung der Menschen in der Welt zu verbessern. Ausgezeichnet wurden ferner sieben Sportler, unter ihnen der Kapitän der Fußballnationalmannschaft, Michael Ballack, die Boxer Wladimir und Vitali Klitschko und der Tischtennisspieler Timo Boll. Wie weit sich BAMBI inzwischen von seinem Ursprung als Filmpreis entfernt hat, wurde 2005 mehr als deutlich, denn es wurde ein BAMBI in der Kategorie „Wissenschaft“ an den Physiker Theodor Hänsch verliehen. Dieser war gerührt. Er habe die Nachricht – natürlich – am Schreibtisch erhalten und es zuerst kaum glauben können. Hänsch bekam 2005 noch einen weiteren nicht ganz unwichtigen Preis überreicht – den Nobelpreis!

Die ganz großen Emotionen bei BAMBI 2005 gab es dann völlig unerwartet und spontan. Denn als das Ergebnis für den Publikums-BAMBI feststand – geehrt wurde die ZDF-Charity-Show für die Tsunami-Opfer „Wir wollen helfen“ – wurde der Moderator der Sieger-Show, Johannes B. Kerner, auf die Bühne gebeten. Bei der Dankesrede versagte dann fast seine Stimme: Am Mittag vor der BAMBI-Gala 2004, die er moderiert hatte, habe er seinen Schwiegervater ins Krankenhaus gebracht, am Tag der Sendung „Wir wollen helfen“ sei sein Schwiegervater gestorben, erzählte Kerner mit stockender Stimme. „Deshalb möchte ich den kleinen Teil des BAMBIS, der mir gehört, ihm widmen.“ Kerner drehte sich zur Seite, wollte sein Gesicht, seine Tränen verbergen. Später sagte er: „Ich wollte nicht weinen, aber es war stärker als ich.“

Weitere BAMBI-Preisträger 2005: US-Sängerin Mariah Carey, die im knappen roten Minikleid sang, Caterina Valente (Ehren-BAMBI), Karl Lagerfeld (Kreativitäts-BAMBI), Julia Stegner (Shooting-Star), Til Schweiger (Film national) und Tokio Hotel. Die Teenie-Stars nahmen fast sprachlos den BAMBI entgegen, waren danach aber ganz liebe, kleine Jungs. In Sachen Pop-Star-Allüren konnten sie an diesem Abend von Mariah Carey noch eine Menge lernen…

Text: Rüdiger Klausmann

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