Die BAMBI-Sieger von 1953: O.W. Fischer, Ruth Leuwerik und Regisseur Harald Braun
Die BAMBI-Sieger von 1953: O.W. Fischer, Ruth Leuwerik und Regisseur Harald Braun (c)Horst Janke/Film-Revue/Hubert Burda Media

Deutschland hat zwei neue Stars: Ruth Leuwerik und O.W. Fischer, die gemeinsam in dem Film „Ein Herz spielt falsch“ zu sehen waren, gewannen souverän den BAMBI 1953. Fast 50.000 Leser der „Film-Revue“ (das Wort Mode wurde inzwischen aus dem Titel gestrichen) beteiligten sich an der Leser-Wahl. Die Redaktion geriet ins Schwärmen: „Die BAMBI-Wahl ist zu einer wahren Volksabstimmung geworden. „Vielleicht war auch das der Grund dafür, warum sich die Verantwortlichen um den Karlsruher Verleger Karl Fritz erstmals überlegten, der BAMBI-Verleihung einen größeren Rahmen zu geben. Bis zu diesem Zeitpunkt war es üblich, den BAMBI den Siegern in ihren privaten Wohnzimmern oder am Arbeitsplatz zu überreichen.

Das änderte sich am 27. Dezember 1953. Als eine Art Weihnachtsüberraschung veranstaltete die „Film-Revue“ im Hamburger Passage-Theater die feierliche BAMBI-Überreichung – die Reh-Statuette, die jährlich ihre Farbe wechselt, wurde 1953 aus einem zarten meergrünen Majolika hergestellt – an Ruth Leuwerik und O.W. Fischer. Das Publikum feierte die beiden Stars und am Ende konnten sich Leuwerik und Fischer nur mit Hilfe der Polizei eine Gasse durch die begeisterte Menschenmenge bahnen. „Die BAMBI-Überreichung war für die Filmfreunde ein bleibendes Erlebnis, und selbst Unentwegte hatten am Schluss Verständnis dafür, dass es auch einmal ohne Autogrammstunde gehen muss“, bilanzierte die „Film-Revue“. Einen Volksauflauf gab es bei der BAMBI-Übergabe an die ausländischen Sieger nicht. Die „Film-Revue“ besuchte Gregory Peck (er siegte vor Jean Marais und Stewart Granger) in seiner Villa in Hollywood.

In seinem großen Salon vor dem Bücherschrank nahm Peck (mit Vollbart wegen der Dreharbeiten zu „Moby Dick“) den BAMBI entgegen und bedankte sich freudig: „Ich bin kein Mann von Phrasen: Die Liebe der Deutschen und die Anhänglichkeit des deutschen Kinopublikums haben mich ehrlich gefreut.“ Der vierte BAMBI – für die beliebteste ausländische Schauspielerin – wurde in der Via Bruno Buozzi in Rom verliehen – an Ingrid Bergman. Zum dritten Mal hintereinander gewann die Schwedin die Leser-Wahl vor Esther Williams und Maureen O’Hara. „Ich freue mich sehr über die große Liebe des deutschen Publikums“, so Ingrid Bergman, deren Mutter aus Kiel stammt, gerührt. Klar, dass der BAMBI auch einen Ehrenplatz in ihrer Wohnung erhielt – im Bücherregal neben dem „Oscar“ und dem geflügelten Löwen von San Marco.

Text: Rüdiger Klausmann

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