Kniefall eines Hollywood-Superstars: Eigentlich sollte Tom Hanks von Sophia Loren mit dem BAMBI ausgezeichnet werden – Hanks kniete aber vor Loren nieder und nannte sie zweimal: "Meine Göttin".
Kniefall eines Hollywood-Superstars: Eigentlich sollte Tom Hanks von Sophia Loren mit dem BAMBI ausgezeichnet werden – Hanks kniete aber vor Loren nieder und nannte sie zweimal: „Meine Göttin“.

Es war die Nacht der Emotionen bei der 56. BAMBI-Verleihung in Hamburg. Höhepunkt war der Kniefall von Hollywood-Superstar Tom Hanks vor der Film-Legende Sophia Loren. Als der zweifache Oscar-Preisträger Hanks („Philadelphia“, „Forrest Gump“) von der 70-jährigen Loren den BAMBI für seinen Kinofilm „Polarexpress“ überreicht bekam, fiel er zur Überraschung der 1000 Gäste im „Theater am Hafen“ vor ihr auf die Knie und nannte sie zweimal hintereinander „My goddess“ (meine Göttin). Anschließend gab er ihr einen formvollendeten Handkuss, der selbst Alice Schwarzer zu Herzen ging: „Ich habe ihm gesagt, wie unglaublich berührend ich ihn in ‚Terminal’ fand. Zum Schwärmen ist man als Frau nie zu alt, oder?“ Auch „Bully“ Herbig (BAMBI für seinen Film „(T)raumschiff Surprise“) wurde angesichts des großen Tom Hanks zum schwärmenden Fan: „Tom Hanks war mein persönliches Highlight, ihn bewundere ich seit Jahren.“ Von der Göttin ging es zur Königin.

Von Sophia Loren zu – Heidi Klum. „Meine Königin“ nannte Sänger Seal seine Heidi, als er sich auf Deutsch für den BAMBI „Pop International“ bedankte. Und später verriet er BUNTE: „Wenn ich die zwei wichtigsten Ereignisse in meinem Leben der letzten eineinhalb Jahre nennen soll, ist eines die Begegnung mit Heidi. Das zweite ist die Geburt meiner Tochter.“ Emotional ging es auch weiter, als Heidi Kabel mit Standing Ovations gefeiert wurde – Tom Hanks war übrigens der Erste, der aufstand und klatschte. Die 90-jährige Ohnsorg-Schauspielerin versprühte auf der Bühne eine beeindruckende Herzensfrische. Mit einer plattdeutschen Begrüßung nahm sie das Publikum gleich für sich ein: „So, da bin ick. Ich freue mich, dass ich hier bin“, sagte die für ihr Lebenswerk geehrte Kabel und plauderte munter drauflos. Ihr Laudator, TV-Schauspieler Jan Fedder, hatte große Mühe, die Hamburger „Deern“ zum Abgang von der Bühne zu bewegen…

Tränen des Ärgers und der Verbitterung weinte die türkischstämmige Hamburger Schauspielerin Sibel Kekilli, die für ihren Film „Gegen die Wand“ mit dem BAMBI ausgezeichnet wurde. Die 24-Jährige, die mit früheren Pornofilmen in die Schlagzeilen der Boulevardpresse geraten war, machte aus ihrer Dankesrede auch eine heftige Medienschelte: „Und denen ich nicht danke, das sind ‚Bild’ und ‚Kölner Express’. Hört endlich auf mit dieser dreckigen Hetzkampagne, das, was ihr macht, nennt man Medienvergewaltigung.“ Kekilli abschließend: „Ihr müsst mich nicht lieben, aber respektiert endlich, dass ich ein neues Leben begonnen habe.“ Ein Auftritt, für den nicht nur Schauspieler Til Schweiger, Kekilli Respekt zollte. „Das war ein großartiger und herausragender Auftritt. Sie hat Rückgrat gezeigt“, lobte TV-Komiker Olli Dittrich („Ditsche“). Moderatorin Barbara Schöneberger sah es ähnlich: „Kekilli hat das gesagt, was alle denken, und hat meine volle Solidarität.“

Der lange Applaus für den Hitler-Film „Der Untergang“ unterstrich deutlich, dass die Schauspieler um Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Oliver Hirschbiegel sich ihren BAMBI redlich verdient hatten. „Dieser Film war in Deutschland notwendig“, bekräftigte Altbundeskanzler Helmut Kohl. Er bewertete den Streifen als historisches Zeugnis für die in Freiheit aufwachsenden Generationen und zollte Hauptdarsteller Bruno Ganz „großen Respekt für die großartige, bleibende und mutige schauspielerische Leistung“.

Das große soziale Thema des Abends war der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Der Sänger Elton John wurde für sein Engagement im Aids-Kampf ebenso geehrt wie Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela, Daimler-Chrysler- Chef Jürgen Schrempp und Aidshilfe-Pionier Frieder Alberth. BAMBI-Preisträger Jürgen Schrempp, früher auch Student der Ingenieurschule in Offenburg, gab rund ein halbes Jahr nach der Preisverleihung den Rückzug vom Vorstandsposten bei Daimler bekannt. Dankesworte erhielt er diesmal keine – stattdessen musste er sich heftiger Kritik und des Vorwurfs von Managementfehlern erwehren.

Text: Rüdiger Klausmann

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