Der Mann des Jahres: BAMBI-Sieger Boris Becker – inszeniert für die BUNTE.
Der Mann des Jahres: BAMBI-Sieger Boris Becker – inszeniert für die BUNTE. (c)BUNTE/Skoruppa

Gerade war BAMBI groß im Fernsehen angekommen (mit einer ZDF-Aufzeichnung zur besten Sendezeit am Sonntag vor Heiligabend), da verloren die Sender bereits ein Jahr später wieder das Interesse an der Gala. Von der Ehrung der „12 Besten“ am 13. Dezember 1985 in München zeigte die ARD am Folgetag um 22.10 Uhr nur die Höhepunkte. Dabei hatte der Burda-Verlag alles in die Waagschale geworfen, um den BAMBI modern und publikumswirksam zu verkaufen. Die BUNTE lud alle zwölf Preisträger bereits vor der Verleihung zu einem exklusiven BAMBI-Shooting ein und veröffentlichte auf zwölf Sonderseiten die Fotos zusammen mit lobenden Worten prominenter Gratulanten.

So wurde zum Beispiel der „Mann des Jahres“, Wimbledon-Sieger Boris Becker, von Box-Legende Max Schmeling zum BAMBI beglückwünscht: „Boris Becker vermittelt uns allen ein ungeheuer positives Lebensgefühl. Er ist ein junger Mann, der sich vor Leistung nicht scheut, dessen Ausstrahlung vor Optimismus nur so strotzt.“ Den Ehren-BAMBI erhielt 1985 Hannelore Kohl für ihr außerordentliches Engagement als Präsidentin des Kuratoriums ZNS für Unfallopfer mit Verletzungen des zentralen Nervensystems. Ihr gratulierte ihr Ehemann – Bundeskanzler Helmut Kohl: „Unsere Gesellschaft braucht die solidarische Hilfe für den Nächsten, sie braucht Verständnis und menschlichen Zuspruch. Es freut mich, dass die Arbeit meiner Frau im Kuratorium ZNS eine so breite Unterstützung und Zustimmung bei unseren Bürgern findet.“ Zustimmung und Unterstützung fand 1985 bei den Lesern der Fernsehzeitschrift BILD UND FUNK vor allem die Serie „Die Schwarzwaldklinik“. Für Professor Brinkmann und sein Ärzteteam votierten 42 Prozent der Leser. Dafür gab es den BAMBI für Hauptdarsteller Klausjürgen Wussow und den Produzenten Wolfgang Rademann. Showstar Peter Alexander würdigte Rademann mit den Worten: „Niemand weiß so gut wie er, wonach sich das Publikum sehnt.“

Auch Filmstar Sean Connery erhielt 1985, als er gerade „Der Name der Rose“ drehte, einen BAMBI. Für was genau, war nicht sofort ersichtlich. Denn sein letzter großer Erfolg mit „Sag niemals nie“ lag 1985 auch schon zwei Jahre zurück. Doch das kümmerte die BAMBI-Jury nicht. Connery wertete die Gala auf und erhielt deshalb ganz allgemein das goldene Reh „für seine Leistungen als Filmschauspieler“. In der Würdigung in der BUNTE unterlief der Zeitschrift allerdings ein fataler Fauxpas – sie schrieb vom „Star aus England“. Wahrscheinlich hatte Connery die BUNTE nicht gelesen – ansonsten wäre der Auftritt des bekennenden schottischen Patrioten stark gefährdet gewesen. Sean Connery setzt sich seit Langem für die Unabhängigkeit Schottlands ein und ist Mitglied und Forderer der Scottish National Party.

Die restlichen Preisträger 1985 waren: Maruschka Detmers (Nachwuchs-BAMBI für „Via Mala“), Placido Domingo (Klassik-BAMBI), Shari Belafonte (für die TV-Serie „Hotel“), Otto Waalkes (für den Kinohit „Otto – Der Film“, über 12 Millionen Zuschauer), Jack White (Pop-BAMBI), Willy Bogner (Kamera- BAMBI für den James-Bond-Film „Im Angesicht des Todes“) und Robert Lembke (BAMBI für über 300 Folgen von „Was bin ich?“).

Text: Rüdiger Klausmann

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