Rührend: Showmaster Kurt Felix widmete seinen BAMBI fürs Lebenswerk "aus Liebe" seiner Ehefrau Paola.
Rührend: Showmaster Kurt Felix widmete seinen BAMBI fürs Lebenswerk „aus Liebe“ seiner Ehefrau Paola.

Den Oberkircher TV-Produzenten Werner Kimmig bringt so schnell nichts aus der Fassung. Schon gar nicht, wenn es um seine Arbeit geht. Einzige Ausnahme: die Hamburger BAMBI-Verleihung im Jahr 2003. Da konnte selbst ein TV-Profi wie Werner Kimmig Tränen der Rührung nicht verhindern: „Als mein Freund Kurt Felix 2003 einen BAMBI erhielt, hat mich das emotional total berührt. Das war so bewegend, denn Kurt Felix hatte gerade eine schwere Krebserkrankung hinter sich gebracht“, erinnert sich Kimmig im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse an diesen unvergesslichen BAMBI-Augenblick. Kurt Felix selbst, der 2003 für sein Lebenswerk geehrt wurde, sagte damals mit Blick auf seine Krebserkrankung: „Ich habe gelernt, dass es mehr gibt als Quoten und Erfolge.“ Seiner Frau Paola und auch den übrigen Ehrengästen im „Theater im Hafen“ rollten Tränen über die Wangen, als Felix seiner Paola den Preis „aus Liebe“ widmete: „Sie war 24 Stunden am Tag an meiner Seite.“

Tränen der Rührung gab es auch bei zwei weiteren großen Männern der Zeitgeschichte: Johannes Heesters war bereits 1997 mit der Trophäe für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Damals sagte er: „Wenn ich 100 Jahre alt werde, möchte ich noch einen!“ Klar, dass sich der Burda-Verlag das merkte. Offensichtlich besser als Heesters selbst, denn dieser wurde von der Verleihung überrascht und meinte im Beisein seiner Frau Simone Rethel: „Ich bin erstaunt.“ Und Box-Legende Muhammad Ali, der an Parkinson leidet, wurde minutenlang nach der auf Deutsch gehaltenen Laudatio von Liz Hurley mit Beifall bedacht. Und natürlich flossen auch hier die Tränen der Rührung bei den Gästen im Saal und dem Geehrten auf der Bühne.

5,41 Millionen Zuschauer (17,6 Prozent Marktanteil) verfolgten 2003 live die 55.Vergabe des traditionsreichen Medienpreises in der ARD. Eine gute Quote – aber der Tagessieg ging mit 8,71 Millionen Zuschauern (28,9 Prozent) dennoch an Günther Jauchs Prominenten-Ausgabe von „Wer wird Millionär?“ (RTL). Dass BAMBI am Anfang dieses Jahrhunderts immer größer und bedeutender wurde, konnte man auch daran erkennen, dass die Show immer kritischer unter die Lupe genommen wurde und der Burda-Verlag sich erstmals mit vielen nörgelnden Stimmen auseinandersetzen musste. Einige Beobachter der Show sprachen von einer Art „Dauerwerbesendung“ in der ARD, in der Unternehmen wie Adidas und der Lufthansa breiter Raum gewährt wurde. Die rund 100 Fotografen mussten die Stars auf dem roten Teppich vor Monitoren fotografieren, auf denen laufend Werbebotschaften ausgestrahlt wurden.

Andere Gäste kritisieren auch die Art der Show: RTL-Moderator Oliver Geißen bemängelte zum Beispiel, dass die Dramaturgie der Verleihung darunter gelitten habe, dass die Preisträger vorher fast alle bekannt gewesen seien. „Beim Deutschen Fernsehpreis funktioniert das anders“, so Geißen damals. In die gleiche Kerbe schlug Sat1-Unterhaltungschef Matthias Alberti, der sagte, ein „Mix bereits bekannter und bis zur Sendung unbekannter Preisträger“ sei angebrachter für solche Ereignisse. Doch sowohl Geißen als auch Alberti werden inzwischen sicher eingestehen, dass die internationale BAMBI-Gala den mit deutschen B-Promis besetzten „Deutschen Fernsehpreis“ in der Bedeutung um Längen überholt hat.

Völlig unbeeindruckt von solchen kritischen Tönen zeigte sich 2003 der sonst nicht auf den Mund gefallene Pop-Produzent Dieter Bohlen, der gestand, ein bisschen aufgeregt zu sein. „Ich krieg ja nicht jeden Tag einen Preis“, meinte der Juror der RTL-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“. Zu den BAMBI-Siegern gehörten 2003 auch noch die Schauspieler aus dem Kino- Erfolg „Good bye, Lenin!“ und die Darsteller des Sat1-Erfolgs „Das Wunder von Lengede“, das zum „TV-Ereignis des Jahres“ gekürt wurde. Apropos Sat1: Der Privatsender feierte einen weiteren BAMBI-Preisträger – Kai Pflaume wurde für die Show „StarSearch“ als bester Moderator einer Casting-Show ausgezeichnet.

Text: Rüdiger Klausmann

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