Schauspiel, Politik und Sport – je ein BAMBI ging an Schauspielerin Marthe Keller, Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Ski-Star Rosi Mittermaier.
Schauspiel, Politik und Sport – je ein BAMBI ging an Schauspielerin Marthe Keller, Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Ski-Star Rosi Mittermaier. (c)BUNTE/Hubert Burda Media

Premiere bei BAMBI: Nach Bundespräsident Gustav Heinemann (1969) erhielt sechs Jahre später erstmals ein Mitglied der Bundesregierung den begehrten Film- und Fernsehpreis. Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) bekam aus der Hand von Conferencier Wim Thoelke das begehrte Reh „für besonders informativen und fairen Wahlkampf im Fernsehen“. Thoelke lobte Genscher weiter: „Nicht nur wegen seiner Figur war Hans-Dietrich Genscher der ruhende Pol in vielen Diskussionen.“ Launig bedankte sich Genscher für den Preis: „Eher ist ja der Jumbo mein Wappentier, figürlich, und zwar der aus den afrikanischen Wäldern – wegen der großen Ohren.“ Kleine Anekdote am Rande: Während Genscher im Münchner Nobel-Hotel „Bayrischer Hof“ von 600 geladenen Ehrengästen beklatscht wurde, wollte vor dem Hotel eine dienstbeflissene Politesse Genschers falsch geparkten Wagen aufschreiben. Entsetzt eilte der Portier herbei, um dies zu verhindern. Passanten fanden das weniger lustig: „Gleiches Recht für alle. Warum sollte ein Minister von Strafzetteln verschont werden?“ Genschers Chauffeur beendete den Streit, indem er den Wagen richtig parkte.

Außer dem Politiker Genscher gab es einen weiteren „Nicht-Künstler“ in der Reihe der BAMBI-Sieger: Ski-Ass und Gold-Mädchen Rosi Mittermaier erhielt den BAMBI für die „packendste Sportszene des Jahres“. Und Rosi Mittermeier wusste, was man bei Ehrungen sagt: „Der Bambi ist für mich genauso wichtig wie meine zwei olympischen Goldmedaillen.“ Die anschließende BAMBI-Feier war ihr aber dann nicht ganz so wichtig – sie packte ihr Reh und verschwand sofort nach Kitzbühel zurück, wo sie mit Ski-Experte Manfred Vorderwühlbecke einen Ski-Gymnastik-Film drehte. Aber immerhin war die „Gold-Rosi“ gekommen. Im Gegensatz zu Schauspieler James Garner („Detektiv Rockford“) und dem schwedischen Starregisseur Ingmar Bergman, der für „Szenen einer Ehe“ mit dem BAMBI ausgezeichnet werden sollte. Besonders die Absage von Bergman sorgte für großen Ärger. Denn Bergman war „Wahl-Münchner“ und zog dennoch einen gemütlichen Abend in seiner Grünwalder Villa vor. In den „Bayrischen Hof“ schickte er stattdessen seinen Kameramann Sven Nykvist, der für ihn den BAMBI abholte.

So waren es dann doch wieder nur die deutschsprachigen Stars, die sich vor Ort über ihr goldenes Reh freuten: Peter Alexander (sein sechster BAMBI), Hansjörg-Felmy (fast 20 Jahre, nachdem er mit dem Nachwuchs-BAMBI ausgezeichnet wurde) und Regisseur Wim Wenders (für „Im Laufe der Zeit“). Wie gut, dass es da noch Senator Franz Burda gab, der nach einer Liebeserklärung an München („Kein Platz, wo sich schöner feiern lässt“) Anekdotisches zu berichten hatte: Zum Beispiel, dass Heinz Rühmann mit 20 BAMBIS den absoluten Weltrekord besäße (stimmte nicht ganz – Rühmann hatte damals zehn goldene Tierchen), und dass bei Sophia Loren sieben Rehe gestohlen wurden, weil man sie für pures Gold hielt. „Das sind sie aber nicht“, gab Burda freimutig zu – was den einen oder anderen Preisträger etwas traurig gestimmt haben soll …

Text: Rüdiger Klausmann

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