Sportreporter Harry Valérien überreichte 1988 DDR-Eislaufstar Kati Witt den ersten Ost-West- BAMBI.
Sportreporter Harry Valérien überreichte 1988 DDR-Eislaufstar Kati Witt den ersten Ost-West- BAMBI. (c) BUNTE/E.Gmeiner

Knapp ein Jahr vor dem Fall der Berliner Mauer knabberte ein goldenes Reh bereits die ersten Löcher in den „sozialistischen Wall gegen den Kapitalismus“. Die 23- jährige Olympiasiegerin im Eiskunstlaufen, Katarina Witt, wurde als erste DDR-Bürgerin mit dem (west-)deutschen BAMBI ausgezeichnet. Stolz und glücklich bedankte sich der DDR-Star auf der Bühne des Münchner Arri-Studios für sein goldenes Reh: „Ich habe mehr Herzklopfen als beim Schlittschuhlaufen“, so Witt und schickte „ein Dankeschön an meine Eltern und meine Trainerin in Karl-Marx-Stadt.“ Film-Komponist Harold Faltermeyer („Beverly Hills Cop“) knüpfte nach der Verleihung gleich seine ganz persönliche Ost-West-Bande und lud Witts damaligen Freund Ingo, einen Schlagzeuger der DDR-Band „Datzu“, ein: „Wenn du Lust hast, kannst du mal bei mir spielen.“

Ergreifend war der Auftritt der Tochter des zwei Monate zuvor verstorbenen CSU-Politikers Franz-Josef-Strauß, Monika Hohlmeier (26). Sie wurde für ihr soziales Engagement in der Marianne-Strauß-Stiftung für Menschen in Not geehrt. „Noch im Herbst hat mein Vater versprochen, dabei zu sein. Für den BAMBI hätte mein Vater sogar jeden Termin in Bonn verschoben“, so Hohlmeier mit bewegter Stimme. Die 400 geladenen Gäste waren nicht nur gerührt, sondern auch spendabel. Da BAMBI inzwischen auch zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung geworden ist, sammelten die Prominenten 175000 Mark für Hohlmeiers Marianne- Strauß-Stiftung. Die jüngste Preisträgerin war die 19-jährige Silvia Seidel – mit der ZDF-Serie „Anna“ tanzte sie sich in die Herzen von Millionen Fernsehzuschauern. „Der BAMBI ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk“, strahlte sie glücklich. Zu den jungen Fernsehstars gehörte 1988 auch Günther Jauch („Na siehste!“). Der 32-Jährige präsentierte auf der BAMBI-Gala erstmals öffentlich seine Lebensgefährtin Thea Sihler. Das Paar, das damals mitten im Umzug steckte und direkt von Malerarbeiten in seiner ersten gemeinsamen Wohnung kam, ist seit 2006 verheiratet und hat vier Kinder.

Weitere Preisträger der BAMBI-Gala, die die ARD wieder zeitversetzt in Ausschnitten übertrug, waren die Schauspieler Jürgen Prochnow („Das siebte Zeichen“) und Günter Strack („Ein Fall für zwei“), Pop-Star Jennifer Rush, Humorist Vicco „Loriot“ von Bülow und ZDF-Talkerin Amelie Fried. Unter den Gästen der Gala waren unter anderem Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, Nato-Generalsekretär Manfred Wörner und US-Botschafter Richard Burt. Doch es gab allerdings auch eine Absage, für die alle Verständnis hatten: Der Arzt Robert Gale, der Retter von Tschernobyl, wollte eigentlich seinen BAMBI abholen, der ihm schon 1986 für seine beispielhafte menschliche Leistung verliehen wurde. Doch Gale konnte nicht kommen, weil er wieder im Einsatz war – 1988 in Armenien.

Text: Rüdiger Klausmann

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