Der BAMBI in der Kategorie Entertainment geht an Justin Bieber. Er ist das Idol der Generation Internet. Das Netz hat ihn berühmt gemacht. Seinen Erfolg verdankt er nicht einem Manager oder einem Plattenkonzern, sondern selbst gedrehten Videos, die er vor drei Jahren auf die Internetseite YouTube stellte. Heute hat er Millionen Fans, seine Pop-Songs erobern die Hitparaden und er darf sich, mit gerade 17 Jahren, bereits zu den Weltstars zählen. Oft genügt die Erwähnung seines Namens, damit junge Mädchen in Kreischorgien ausbrechen. Dieser Rummel lässt nicht übersehen, dass wir es mit einem hochbegabten Musiker, Songschreiber und Entertainer zu tun haben: Justin Bieber spielt vier Instrumente, verfügt über eine außergewöhnliche Soulstimme und ist ein hervorragender Tänzer.
Der BAMBI in der Kategorie Pop International geht an Lady Gaga. Sie ist die erfolgreichste Pop-Künstlerin der Gegenwart, eine Königin der Selbst-Inszenierung und ein kulturelles Phänomen. Fans lieben ihre Musik, Feuilletonisten rezensieren ihre Videos, Professoren erforschen ihren Einfluss auf unsere Kultur. Zu dem Gesamtkunstwerk Lady Gaga gehören nicht nur die von ihr komponierten und produzierten Songs, sondern auch ihre exzentrischen Auftritte und Videos, die sie bis ins Detail kontrolliert. Bei ihren Inszenierungen lässt sie sich inspirieren von der Mode- und Kulturgeschichte und wird selbst wiederum zur Inspiration für andere – nicht zuletzt für ihre Fans. Ihr aktuelles Album „Born This Way“ versteht sie als Appell für Respekt und Toleranz. Egal welcher Hautfarbe, welcher Sprache, welchen Geschlechts: Wir sind alle Menschen, lautet ihre Botschaft.
Der BAMBI 2011 in der Kategorie "TV-Ereignis der Jahres" geht an Thomas Gottschalk. Der Erfolg von Thomas Gottschalk mit "Wetten dass ..?" ist einzigartig. Seinetwegen versammeln sich am Samstagabend die Familien vor dem Fernseher. Er benötigt kein Skript, er spielt keine Rolle, das spürt und schätzt der Zuschauer. Gottschalk verlässt sich auf sich selbst und seinen Respekt vor seinen Gästen. Er besitzt das Talent, spontane Pointen zu setzen und den Instinkt für die richtigen Worte im rechten Moment. Das hat er bei "Wetten dass …?" live aus Mallorca eindrucksvoll bewiesen.
Der Millenniums-BAMBI 2011 geht an Helmut Schmidt. Helmut Schmidt ist das politische Gewissen der Deutschen. Der Altbundeskanzler verfügt über einen messerscharfen Verstand und eine unbeirrbare Moral, die viele heute bei Politikern vermissen. Trotz seines hohen Alters wird Schmidt nicht müde, sich in die großen gesellschaftlichen Themen einzumischen, zu mahnen und zu erklären. Seine Erfahrung und Unabhängigkeit verleihen seinen Standpunkten Glaubwürdigkeit. In seiner Rolle als „Elder Statesman“ scheut sich der begehrte Interviewpartner nicht, den amtierenden Regierungen, Bankern oder Wirtschaftsbossen seine Meinung zu sagen. Seit 1982 bekleidet Helmut Schmidt kein politisches Amt mehr, doch er wird geschätzt und verehrt wie kaum ein anderer ehemaliger Politiker. Die Deutschen sind stolz auf ihren Altbundeskanzler und wohl deshalb auch bereit, ihm sein Laster, das Kettenrauchen zu jeder Zeit und an jedem Ort, zu verzeihen
Der BAMBI in der Kategorie Film International geht an Gwyneth Paltrow. Als Oscar-Preisträgerin gehört Gwyneth Paltrow längst zu den Leading Ladies, zu den führenden weiblichen Stars Hollywoods. Was die makellose Schönheit mit dem fast spitzbübisch fröhlichen Lächeln von mancher Kollegin unterscheidet, ist ihre Natürlichkeit. Den Figuren, die sie spielt, verleiht sie ein hohes Maß an Tiefe und Glaubwürdigkeit. Gwyneth Paltrow, die wie im Thriller „Contagion“ jederzeit bereit ist, ihre Schönheit für eine Rolle zu verstecken, ist der höchst sympathische Gegenentwurf zur launischen Diva.“
Ein Star, der öffentlich bekennt, er leide unter Burnout, beweist Mut. Nach einer Auszeit ins Showgeschäft zurückzukehren, erfordert noch viel größeren Mut. Rosenstolz sind diesen Weg gegangen. Das Duo aus Berlin war über viele Jahre eine der erfolgreichsten deutschen Bands. Songs wie ,Ich bin Ich‘ oder ,Gib mir Sonne‘ gehören zum Soundtrack des beginnenden Jahrtausends. Auf dem Höhepunkt der Karriere, Anfang 2009, verordnete sich Rosenstolz eine Zwangspause auf unbestimmte Zeit. Eine Hälfte des Duos, der Keyboarder und Songschreiber Peter Plate, litt am Burnout-Syndrom. Dass er den Grund für die Auszeit nicht verheimlichte, sondern öffentlich machte, verdient Respekt. Er rückte damit eine lange verkannte und unterschätzte Krankheit unserer hektischen Zeit ins Blickfeld. Mit der Hymne ,Wir sind am Leben‘ meldete sich Rosenstolz im September 2011 zurück und eroberte die Charts – als wären sie nie weg gewesen.
Ruth Maria Kubitschek ist eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Fernsehen. Scheinbar spielerisch gelingt es ihr, in ihren Rollen Herausragendes zu schaffen. Ihr Erfolg beruht nicht nur auf ihrem großen beruflichen Können, sondern auch auf einer inneren Ruhe, Unabhängigkeit und Stärke, die sie ausstrahlt und mit der sie das Publikum fasziniert. Die Titelrolle in dem Dreiteiler „Melissa“ nach Francis Durbridge machte sie 1966 über Nacht bekannt. Das „Spatzl“ in der Serie „Monaco Franze – Der ewige Stenz“, die Verlegerin in „Kir Royal“ und die Brauereichefin in „Das Erbe der Guldenburgs“ waren Höhepunkte ihrer Laufbahn. Seit den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vertiefte sie ihre Neigung zur Malerei und zum Schreiben. Zwei ihrer Romane wurden erfolgreich verfilmt - mit ihr in der Hauptrolle.
Mit seinem Song ,Nur noch kurz die Welt retten‘ hält Tim Bendzko der Generation Smartphone den Spiegel vor. Mit ironischem Hintersinn karikiert er die Hektik unseres Alltags, in dem es immer noch etwas Dringenderes zu geben scheint als das, was uns wirklich wichtig ist. Bendzko schuf dazu eine eingängige Melodie, die man kaum mehr aus dem Kopf kriegt, und singt mit einer eindringlichen Soulstimme mit hohem Wiedererkennungswert. Mit seiner Debütsingle gelang Tim Bendzko der deutsche Hit des Jahres. Auch seine zweite Single ,Wenn Worte meine Sprache wären‘ besitzt Hitpotenzial. Mit der melancholisch-verträumten Ballade wurde der Sänger Sieger beim Bundesvision Song Contest in Köln.“
Ric O’Barry zeigt uns die grausame Wahrheit hinter dem Lächeln von Flipper. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Delfine vor dem Menschen zu schützen. Die Bilder des Films ,Die Bucht‘, in dem das Abschlachten von Delfinen in Japan dokumentiert wird, sind in ihrer Brutalität nur schwer zu ertragen. O’Barry schockiert, provoziert und befreit Tiere aus Delfinarien.
Dafür nimmt er sogar Gefängnisstrafen in Kauf. Die Entscheidung, sein Leben radikal zu ändern, traf Ric O’Barry vor mehr als 40 Jahren: Damals musste der Tiertrainer, der mit der Familienserie ,Flipper‘ berühmt geworden war, sich eingestehen, dass die heile Welt seiner Delfine nur im Fernsehen existiert. In Gefangenschaft leiden die Tiere. O’Barry wurde zum engagierten Kämpfer für die Freiheit und den Schutz der Delfine.
Er gilt als der erfolgreichste Rap-Musiker Deutschlands und ist ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration:Bushido, Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters, wuchs unter schwierigen sozialen Bedingungen auf undschaffte es nach ganz oben. Mit seinem eindringlichen Sprechgesang und oft provokanten Texten eroberte er die Hitparaden. Seine CDs
wurden vielfach ausgezeichnet, national wie international. Bushido ist heute Gesprächspartner und Ratgeber für Politiker. Seine Stimme findetGehör, nicht nur bei Millionen Fans, sondern auch in den Medien. Als willkommener Gast in Talkshows und Interviewpartner proklamierter das Selbstverständnis vieler Deutscher mit Migrationshintergrund: ‚Egal woher unsere Väter kommen, wir sind Deutsche‘. Bushido setztsich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft.
Der BAMBI in der Kategorie Schauspielerin National geht an Jeanette Hain. Wenn schon Diva, dann aber mit größtem Vergnügen: Jeanette Hain spielt in der opulenten Kino-Fantasie „Poll“ die mondäne Ehefrau eines Gutsherrn, irgendwo an der estnischen Küste am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Souverän wandelt sie dabei auf dem Pfad zwischen kapriziöser Zicke und Grand Dame, zieht eine emotionale Sicherheitszone um sich und wahrt bis zuletzt ihr Geheimnis. Als Zuschauer glaubt man zu spüren, wie viel Spaß sie dabei hatte.
Der BAMBI in der Kategorie Schauspieler National geht an Matthias Brandt. Es erfordert große schauspielerische Kreativität, die Figur des Kommissars im deutschen Fernsehkrimi noch einmal neu zu definieren. Matthias Brandt glückte dieses Kunststück im Münchner „Polizeiruf 110“. Als Ermittler Hanns von Meuffels zeigt er uns einen Menschen, in dem sich Distanz und Nähe vereinen. Er fühlt sich fremd in der für ihn neuen Stadt, ist dafür schnell zuhause in seinen Fällen. Dem Zuschauer gibt er das Gefühl, man könne ihm beim Denken zusehen
Der BAMBI in der Kategorie Stille Helden geht an Birgit Martschin. Birgit Martschin, 49, engagiert sich seit 2006 ehrenamtlich als Pflegemutter für das Projekt Findelbaby. Die Kinderarzthelferin ist selbst Mutter von drei Kindern. Wenn Frauen nach der Geburt nicht in der Lage sind, sich um ihr Kind zu kümmern, nehmen Pflegemütter wie Birgit Martschin den Säugling bei sich auf. In manchen Fällen nur wenige Tage, in anderen bis zu acht Wochen.
Gerade in den wichtigen ersten Lebenswochen gibt Birgit Martschin den Babys Liebe und Geborgenheit. Ihr Engagement ist gleichzeitig auch das ihrer ganzen Familie. Momentan haben die Martschins ihr zwölftes Pflegebaby zu Hause.
Der BAMBI in der Kategorie Stille Helden geht an Stefan Bruhn. Stefan Bruhn, 45, ist hauptberuflich Koch. Der Vater einer 15-jährigen Tochter unterstützt seit dem Gründungsjahr 2008 den Verein KinderLeben Tages-Kinderhospiz Hamburg e. V. Das erste Tages-Kinderhospiz Deutschlands bietet Entlastung für unheilbar kranke Kinder und stellt ein ergänzendes Angebot zur stationären Pflege dar. Auch Geschwisterkinder können hier zur Ruhe kommen. In jeder freien Minute kümmert sich Stefan Bruhn liebevoll um die Kinder, malt mit ihnen oder kocht für sie. Er hilft den Familien, das Leben mit dem allgegenwärtigen Tod anzunehmen. Sein Ehrenamt bereichert seinen Alltag und es erfüllt ihn mit Freude, dass seine Tochter Ronja sich inzwischen ebenfalls in der Einrichtung engagiert.